Auch in Velbert gibt’s Wege zurück in die Kirche

Wer nach seinem Austritt wieder in die Kirche eintreten möchte, bekommt keine Steine in den Weg gestellt.
Wer nach seinem Austritt wieder in die Kirche eintreten möchte, bekommt keine Steine in den Weg gestellt.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Austritte nimmt das Amtsgericht entgegen. Wer wieder eintreten möchte, führt ein Gespräch mit dem Pfarrer und wird dann wieder aufgenommen.

Velbert..  Glaube versetzt Berge. Und manchen auch einmal in Staunen, wenn er sieht, wie hoch die Kirchengebühr ist. Für einige ein Grund, seiner Religion den Rücken zu kehren. „Meistens hat ein Austritt finanzielle Gründe“, weiß der ehemalige Gemeindeamtsleiter Gerhard Sandrock, der seit 1995 als ehrenamtlicher Prädikant ordiniert ist. „In den Siebzigern hatten die Gewerkschaften sogar ihren Mitgliedern den Austritt nahe gelegt“ – die Ehe- und Hausfrauen blieben kostenfrei Mitglieder.

Ein Austritt gestaltet sich bei der katholischen und evangelischen Kirche gleich. Der Weg zum Amtsgericht ist unerlässlich; gegen eine Gebühr kann hier jeder seinen Austritt vollziehen lassen. Doch, was passiert, wenn man sich wieder offiziell zu seinem Glauben bekennen und in die Kirchengemeinschaft zurückkehren möchte?

Wieder eintreten kann Jeder

„Wenn jemand wieder in die Kirche eintreten möchte, dann werden wir ihm das nicht verwehren“, so Sandrock. Das passiert relativ unbürokratisch durch ein persönliches Gespräch mit dem Pfarrer. „Das Glaubensbekenntnis kann man dann entweder für sich nach einem Gottesdienst anonym machen und dann den Segen erhalten oder aber auch vor der Gemeinde ja sagen.“

Pfarrer Ulrich Herz weiß, „es kommt immer wieder vor, dass Menschen in unsere Kirche wieder eintreten wollen“, 2014 waren es allerdings nur vier, 2013 etwa 15. „dabei sind das ganz unterschiedliche Gründe. Oft geschieht das, wenn man eine feste Partnerschaft eingeht und kirchlich heiraten oder sein Kind taufen möchte.“ Herz macht zudem darauf aufmerksam, dass man nach katholischem Verständnis nicht aus der Kirche austreten könne, wenn man einmal katholisch getauft wurde. „Man entbindet sich lediglich von seiner Mitgliedspflicht.“

Daher könne er niemanden die Rückkehr zum aktiven, katholischen Glauben verwehren. Gründe, jemanden nicht wieder aufzunehmen, gebe es nicht. „Wenn jemand den Wiedereintritt begehrt, bereut er ja seinen Austritt. Also gibt es keinen Anlass, es ihm zu verwehren.“ „Ich führe dann mit diesem Menschen ein Gespräch, leite sein Begehr an den Bischof weiter und er nimmt ihn dann wieder in die Kirche auf.“ Das könne, wenn der Pfarrer „nicht schludrig ist“ und alle Unterlagen vorhanden sind, „innerhalb von einer Werkwoche erledigt sein.“ Mit einem kurzen Gebet bekennt sich der Rückkehrer dann in der Kirche zum Glauben. Wo man übrigens in die Kirche wieder eintritt, bleibt jedem selbst überlassen, es muss nicht die Gemeinde sein, aus der man ausgetreten ist. „Das können Sie also auch Urlaub tun, wenn Ihnen danach ist“, so Herz.