Auch in Velbert gibt es Soforthilfe bei schlechten Noten

Annette Schepers (links) und Christiane Küppers-Tonscheidt von der städtischen Erziehungsberatungsstelle helfen Schülern und Eltern bei Zeugnissorgen.
Annette Schepers (links) und Christiane Küppers-Tonscheidt von der städtischen Erziehungsberatungsstelle helfen Schülern und Eltern bei Zeugnissorgen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Städtische Erziehungsberatungsstelle bietet am Freitag eine Notfallsprechstunde an. Zu Hause gibt es oft mehr Druck als Lob.

Nicht für alle Schüler wird der letzte Schultag am kommenden Freitag ein positives Erlebnis sein. Für manchen trübt sich die Freude über die anstehende unterrichtsfreie Zeit durch miserable Noten auf dem Zeugnis. Für Schüler, die gar nicht mehr weiter wissen, die sich vielleicht sogar aus Angst vor der Reaktion der Eltern nicht mehr nach Hause trauen, bietet die Städtische Erziehungsberatungsstelle am Tag der Zeugnisausgabe von 8 bis 14 Uhr eine offene Sprechstunde an. Betroffene können direkt in das Beratungshaus an der Friedrichstraße 293 (zweite Etage) kommen.

Blauer Brief führt oft zur Beratung

„Die meisten kommen aber schon vor dem Schuljahresende, wenn sich zum Beispiel durch einen blauen Brief schlechte Noten ankündigen oder sie von der Schule geschickt werden“, weiß Diplom-Psychologin Anette Schepers, eine der vier Kräfte, die am Freitag vor Ort sind. In den meisten Fällen kommen die schlechten Noten ja nicht aus heiterem Himmel.“ Konflikte werden daraus, wenn die vermeintlich schlechten Noten mit den Erwartungen der Eltern kollidieren. „Die sind häufig sehr hoch, zum Teil aus der Angst heraus, dass ihre Kinder mit schlechten Noten keine Arbeit finden, zum Teil auch, weil Eltern, die selbst gut in der Schule waren, die gleiche Leistung ihren Kindern abverlangen.“ Die Psychologin weiß, dass die Ursachen für schlechte Leistungen ganz unterschiedlich sein können: „Hinter einem plötzlichen Leistungsabfall, dem Sich-nicht-mehr-konzentrieren-Können, steckt häufig eine anstehende Trennung der Eltern, aber auch eine Über- oder Unterforderung, fehlende Motivation oder Mobbingsituationen in der Schule. Oft wurde auch einfach die falsche Schulform für das Kind gewählt.“

In der Beratungsstelle gibt es verschiedenen Möglichkeiten, um den Kindern, am besten gleich zusammen mit ihren Eltern, helfen zu können. „Zum einen bieten wir klärende Gespräche, Diagnostikverfahren, aber auch kostenlosen Förderunterricht für Grundschüler in Mathematik und Sprache an.“

Anette Schepers ist es wichtig den Eltern mitzugeben, nicht immer nur auf die schlechten Noten des Kindes zu pochen: „Durch Druck erreicht man zumindest langfristig gar nichts, viel wichtiger ist es, das Kind auch mal für seine Stärken zu loben, Zufriedenheit über gute Noten zu zeigen, damit dem Kind das Gefühl genommen wird, nie genug zu leisten.“ Individuelle Gesprächstermine können unter 02051/80097-71 vereinbart werden.