Anwohner kritisieren neue Buslinie durch Elsbeeker Straße

Sehen die neue Buslinie vor ihrer eigenen Haustür kritisch: Einige Anwohner aus der Elsbeeker Straße versammeln sich an der zukünftigen Haltestelle.
Sehen die neue Buslinie vor ihrer eigenen Haustür kritisch: Einige Anwohner aus der Elsbeeker Straße versammeln sich an der zukünftigen Haltestelle.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Ab dem 14. Juni rollt die Buslinie 647 durch die Elsbeeker Straße. Der Rat hat dies beschlossen, um eine Verbindung zum S.-Bahnhof Rosenhügel zu gewährleisten – sehr zum Ärger einiger Anwohner.

Neviges..  Die vier Haltebuchten sind markiert, am 14. Juni ist es soweit: Dann fährt die Buslinie 647 durch die Elsbeeker Straße Richtung Rosenhügel. Was der Rat im Dezember 2014 beschlossen hat, um Bürgern einen besseren Anschluss an den S-Bahnverkehr zu ermöglichen, stößt bei einem Teil der Anwohner auf heftige Kritik.

Zweimal bereits scheiterten die Pläne der Stadt: Zuletzt 2007 nach einer Bürgerinitiative, bei der sich 161 Personen gegen die neue Linienführung – bisher fährt der Bus 647 geradeaus durch die Elberfelder Straße Richtung Wuppertal – gewehrt haben. Dazu Anwohner Klaus Bühren: „Die Bürgerbus-Haltestellen wurden abgeschafft, aber für einen Linienbus soll es sich lohnen?“ „Das ist Missachtung des Anwohnerwillens“, erregt sich Walter Goltsche, und Manfred Hagling sieht das Ganze als „großen Schwachsinn“: Es bestehe keine Notwendigkeit für die geänderte Linienführung. Wer in die S-Bahn steigen will, könne dies auch am S-Bahnhof Neviges tun.

Schmutz, Lärm und den Wegfall von Parkplätzen befürchten die Ehepaare Vorbeck und Eisenstein: „Die Gelenkbusse haben Dieselmotoren mit zwölf Liter Hubraum, da ist der Schadstoffausstoß um ein Vielfaches höher als bei einem VW-Golf.“ Ehefrau Heike befürchtet zudem durch den Ausbau der Haltestellen weniger Parkraum.

Die neue Linienführung hat zur Folge, dass der 647er Bus künftig nicht mehr an der Haltestelle Lohmühle hält. Dass dies auch für einige Anwohner bequemer sein könnte, lässt Gerd Eisenstein nicht gelten. „Die Leute sind 35 Jahre zur Haltestelle Lohmühle gelaufen, es hat sich noch niemand beschwert, dass der Weg zu weit ist.“ Der neue Haltepunkt, befürchtet Brigitte Hagling, berge zudem eine Gefahr für Schulkinder aus dem Bereich Hügelstraße, die nun eine Kreuzung überqueren müssten: „Die gehen doch nicht über die Ampel.“

Gutachten hat Bedarf ermittelt

Wilfried Szuczies, Mitarbeiter der Verkehregesellschaft der Stadt Velbert, versteht die Aufregung nicht: „Wir fahren ja nicht durch die Wohngegend, um Leute zu ärgern.“ Ein Bedarf bestehe sehr wohl, das hätten Untersuchungen des Kreises Mettmann ergeben, der den Nahverkehrsplan unter Mitwirkung der Gemeinden erstellt. In diesem Rahmen sei auch ein Gutachten erstellt und die Belange der Bevölkerung erforscht worden. Das Ergebnis: Die Anbindung an den Rosenhügel ist erwünscht. 20 000 Euro im Jahr lässt sich die Stadt den Weg durch die Elsbeeker Straße kosten, 85 000 Euro weniger als 2005 veranschlagt. Dazu Wilfried Szuczies„Die Berechnungen haben sich geändert, dazwischen liegen zehn Jahre.“