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Anrempeln bleibt Klassiker

10.06.2012 | 18:00 Uhr
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Anrempeln bleibt Klassiker
Auch der Schaden bei einem Parkplatzrempler kann teuer werden. Wer einfach davon fährt, begeht Unfallflucht. Foto: Polizei Siegen

Kreis Mettmann.   Polizei meldet weniger Unfallfluchten, ganz im Gegensatz zu vielen Städten an Rhein und Ruhr

Ist Unfallflucht zu einem „Volkssport“ geworden, wie die Polizei in Ruhrgebietsstädten beklagt? Polizei-Hauptkommissarin Patricia Aillaud kann das zumindest für den Kreis Mettmann nicht bestätigen: „Wir haben hier keine Zunahme der Fahrerfluchten – weder im vergangenen Jahr noch im ersten Quartal 2012. Im Gegenteil: Die Zahlen gehen sogar zurück.“

Damit liegt der Kreis Mettmann nicht im Trend. Glücklicherweise kann man wohl sagen – denn in vielen Städten an Rhein und Ruhr meldet die Polizei hohe Steigerungsraten. Vor allem bei Unfällen mit Verletzten haben sich dort die Verursacher häufiger aus dem Staub gemacht. Im Märkischen Kreis betrug die Steigerungsrate 42 Prozent, im Kreis Wesel 15 Prozent, in Dortmund 24 Prozent, in Witten 42 Prozent.

„Man kann nicht sagen, dass wir ein Problem mit Unfallfluchten haben“, sagt hingegen Patricia Aillaud für den Kreis. „Sicher, beim Parkplatzrempler passiert es häufiger, dass der Verursacher einfach weiterfährt, aber bei Unfällen mit Verletzten eher nicht.“ Zumindest kann sich die Polizei-Hauptkommissarin an keinen Fall in den letzten Jahren erinnern. „Es passiert mitunter, dass sich da der Verursacher entfernt, weil er nichts bemerkt hat. Da gibt es Fälle, wo zum Beispiel Zweiradfahrer gestürzt sind, weil jemand plötzlich aus einer Einfahrt geschossen ist.“ Dort, wo ein direkter Kontakt zustande komme, „wo beispielsweise der Fahrradfahrer über die Motorhaube fliegt“, habe sich im Kreis aber niemand nach einem Unfall aus dem Staub gemacht.

Oft seien es auch Grenzfälle, die (zunächst) als Unfallflucht gewertet würden. Patricia Aillaud nennt ein Beispiel: „Wenn jemand abrupt abbremst und hinter ihm im Bus, der eine Notbremsung hinlegt, ein Fahrgast fällt und sich verletzt.“ Davon müsse der verursachende Autofahrer nicht zwangsläufig etwas mitbekommen, „aber wenn er weiterfährt, wird es im ersten Ansatz als Unfallflucht gewertet“. Allerdings: „Der ganze Vorgang wird natürlich überprüft, und wenn derjenige es wirklich nicht merken konnte, wird ihm auch keine Böswilligkeit unterstellt.“

Der Klassiker in Sachen Unfallflucht sei immer noch der Parkplatzrempler. „Das ist das Gros der Unfälle mit Flucht. Da heißt es dann im Nachhinein, man habe nichts davon bemerkt oder den Kratzer könne man doch ganz einfach wegwischen“, sagt Patricia Aillaud. Dabei könne selbst ein Lackschaden teuer werden: „Das ist dann für den Geschädigten natürlich sehr ärgerlich.“

Annette Wenzig

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