Angehende Köche bestehen IHK-Prüfung in Velbert

Überzeugte die Jury: Auch Pascal Michel vom Ristorante Paciello bestand die Gesellenprüfung.
Überzeugte die Jury: Auch Pascal Michel vom Ristorante Paciello bestand die Gesellenprüfung.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Zwei Tage lang haben sie gebrutzelt, Cocktails gemixt, raffinierte Desserts gezaubert. 13 angehende Köche, zwei Restaurat und drei Hotelfachleute sowie eine Fachkraft haben die IHK-Abschlussprüfung bestanden.

Neviges..  Schon am Vormittag wurde geschnibbelt, gebrutzelt und angerichtet in der Restaurantküche der „Kleinen Schweiz“. Denn bis zur Ankunft der Gäste am Mittag galt es für die angehenden Köche bei ihrer Gesellenprüfung, aus anspruchsvollen Zutaten wie Spargel, Nordseekrabben oder Tafelspitz ein Menü zu zaubern, das beim IHK-Prüfungsausschuss Anklang findet. Seit den frühen Morgenstunden standen sie dafür am Herd, filetierten Tomaten, brieten Spargel und zauberten raffinierte Desserts.

„Es kommt nicht nur auf das Ergebnis an“, stellt Jürgen Klaes, Mitglied des Prüfungsausschusses, klar. Wichtig sei vielmehr, wie beim Zubereiten gearbeitet werde. Gemeinsam mit seinen Kollegen schaut er den angehenden Köchen über die Schulter, beurteilt dabei auch Schnitttechnik, Sauberkeit und Struktur der Arbeitsabläufe. „Man sieht schnell, wie jemand arbeitet“, so der Koch des Waldhotel Heiligenhaus.

Damit sich die Prüfer einen umfassenden Eindruck vom Wissen und Talent der Auszubildenden machen konnten, mussten die nicht nur beim Kochen ihr Können beweisen: Auch ein Prüfungsgespräch galt es zu meistern. Fragen wie „Was kostet Tafelspitz im Einkauf?“ mussten beantwortet, Allergene benannt oder Getränke passend zum Menü empfohlen werden – erst danach wurde gekocht. Jan Boehm, bislang Auszubildender im Best Western Parkhotel Velbert, ist in seinem Element. „Schon ungewohnt, nicht im eigenen Betrieb zu kochen“, gibt er zu, dann geht es konzentriert weiter. Aus den vor vier Wochen vorgegebenen Waren zaubert er marinierten Spargelsalat, Kalbstafelspitz an Kräutersoße und Schokoladenkuchen an Erdbeerminzsalat.

Als sein Schokoladenkuchen nur noch in den Ofen geschoben werden muss, macht sich seine Mitstreiterin Güliz Yilmaz gerade an die Herstellung eines Baumkuchens. „Viele sagen, Baumkuchen sei so schwierig, aber in 45 Minuten ist auch der zu schaffen“, erklärt sie – nicht wissend, dass sie schon jetzt Lob geerntet hat. „Das ist schon sehr kreativ. Wenn alles, wie sie es geplant hat, klappt, könnte das absolut eine gute Note werden“, verrät Klaes.

Während es in der Küche dampft und brodelt, geht es auch im Gastraum geschäftig zu. Angehende Hotel- und Restaurantfachkräfte decken die Tische – eine der Aufgaben ihrer Gesellenprüfung. „Vorher mussten sie uns die Planung für eine Veranstaltung vorstellen“, erklärt Prüfer Günter Neis, danach unterscheiden sich die Aufgaben: Je nach Wahl des Prüfungsbereichs musste ein Cocktail gemixt oder Kartoffelsalat zubereitet werden. Die schriftliche Prüfung haben die Servicefachkräfte, wie auch die Köche, schon alle bestanden – spannend bleibt es trotzdem, und gegen Mittag steigt bei allen die Nervosität. Gleich werden die gedeckten Tische beurteilt, und auch für die Köche geht es bald ans Anrichten. „Die letzte halbe Stunde ist immer die heiße Phase“, weiß Mechthild Rosen, Lehrerin am Berufskolleg Kohlstraße. Die gute Nachricht: Alle 13 Köchinnen und Köche, fünf Restaurant- und Hotelfachleute sowie eine Fachkraft im Gastgewerbe haben bestanden.