Am NEG in Velbert könnte Handyverbot gelockert werden

Noch gilt auch am NEG ein Handyverbot. Doch die Schulleitung sieht Einsatzmöglichkeiten im Unterricht.
Noch gilt auch am NEG ein Handyverbot. Doch die Schulleitung sieht Einsatzmöglichkeiten im Unterricht.
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Neue Schulleitung sieht Einsatzmöglichkeiten im Unterricht. Andere Schulen sehen das anders

Bis zum Nachmittag das Handy in der Tasche lassen, stundenlang nicht im Internet surfen? So sieht der Alltag vieler Velberter Schüler aus, denn während der Unterrichtszeiten gilt für die meisten ein striktes Handyverbot: Das mobile Telefon bleibt ausgeschaltet in der Tasche. Wer sich dennoch mit mobilem Gerät von einem Lehrer sehen lässt, bekommt es erst am Ende des Schultages wieder zurück.

Klare Kante am GSG

Zu den Verfechtern einer solchen Regelung gehört Reinhard Schürmann, Schulleiter des Geschwister-Scholl-Gymnasiums. „Das Verbot dient dem Schutz aller am Schulbetrieb Beteiligten“, so der Pädagoge, „wir finden, dass die Schüler durchaus mal ein paar Stunden ohne Handy auskommen sollten“. Hingegen vor allem Vorteile in der technischen Entwicklung sieht Michael Anger, seit Beginn dieses Halbjahres Schulleiter des Nikolaus-Ehlen-Gymnasiums (NEG): „Wir wollen erreichen, dass die Schüler ihr Handy mehr als Arbeitsgerät begreifen, nicht nur als Freizeitgerät“, so sein Plan – schließlich gebe es zahlreiche Beispiele für eine sinnvolle Handynutzung im Unterricht: „In den Naturwissenschaften können die Schüler Grafiken erstellen, im Fach Kunst sind Fotoverfremdungen möglich, und auch in der Musik kann man fantastische Sachen machen.“ Dennoch: Derzeit gilt auch am NEG ein absolutes Handyverbot. Doch Anger denkt über Lockerungen nach. „Eine Hand-Insel in der Mittagszeit wäre denkbar“, findet er, sieht aber auch die Gefahren einer Liberalisierung: Niemand soll gegen seinen Willen fotografiert, kein Schüler Cybermobbing ausgesetzt werden. Schüler wie Eltern haben darum ganz überwiegend Verständnis für ein Handy-Verbot. „Kinder sind oft sehr regelbewusst“, so die Erfahrung von Bärbel Emersleben, Rektorin der Gemeinschaftsgrundschule Tönisheide und der Regenbogenschule, „und auch die Eltern sind letztlich nicht gegen ein Verbot.“ Sicher, es ist ein gutes Gefühl, zu wissen, dass der Sprössling jederzeit anrufen kann. „Doch wir wollen, dass die Kinder in sich gestärkt sind“, so Emersleben.“

Es gehe nicht nur darum, ob Handys „erlaubt oder verboten sind“, findet Anger. Er will den Mehrwert der Geräte nutzen, sieht sich in der Verantwortung, den richtigen Umgang zu lehren. „Alles andere entspräche nicht der Lebensrealität der Schüler“, so der Oberstudiendirektor.