Altkleidersammlung: Der Markt ist in Bewegung

Die Bepro sammelt Altkleider für das Gebrauchtwarenhaus an der Kaiserstraße.
Die Bepro sammelt Altkleider für das Gebrauchtwarenhaus an der Kaiserstraße.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Schlagzeilen in vielen Städten, sorgen für Unruhe bei Kommunen in ganz Deutschland. So auch in Städten wie Dortmund, Krefeld und Essen. In Velbert dagegen ist der Kuchen beim Altkleidersammeln aufgeteilt. Es gibt keine Sammelverbote und keinen Streit mit privaten Firmen. Wie lange noch?

Velbert..  Velbert hat kein Altkleider-Problem, wie es in Leverkusen, Krefeld, Dortmund oder Herne der Fall ist. Dort lagen und liegen private Firmen mit Kommunen wegen Sammlungsverboten im Streit. In Velbert geht es ruhig zu. Noch: Der Altkleiderkuchen ist seit langem verteilt. Störmanöver sind selten. Kleine Gefechte am Rande durch nicht genehmigte Altkleider-Container sind Seltenheit.

Wachsame Nachbarn melden „wilde“ Container

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Britta Nelles, bei den Technischen Betrieben Velbert als Abfallwirtschaftsberaterin tätig, spricht von wenigen sogenannten „wild“ aufgestellten Sammelcontainern für Altkleider am Straßenrand. Nelles: „Wachsame Nachbarn melden die und hin und wieder fällt uns einer auf. Die Aufsteller werden von der Straßenverkehrs-Behörde ausfindig gemacht und mit Fristsetzung aufgefordert, die Behälter zu entfernen.“ Die gewerblich tätige L.G.R.Recycling sammelt im Großraum Ruhrgebiet. 2000 Container sind aufgestellt, 48 Behälter davon an Depot-Container-Plätzen der TBV gegen Entgelt. Und das schon seit über zehn Jahren. „Die Firma LGR-Recycling ist uns ein zuverlässiger Partner“, berichtet Britta Nelles, „und die ‘Nutzungsgebühr’ frischt jährlich unseren Etat etwas auf.“

Anders dagegen ist es mit den kirchlichen und sonstigen gemeinnützigen Sammlern. Britta Streu bekommt für das „Klamottenstübchen“ der AWO getragene Kleidung gebracht, Kleidungsstücke werden aber auch nach Vereinbarung abgeholt. „Die Kleidung wird von unseren Mitarbeitern hergerichtet und für kleines Geld im unteren einstelligen Eurobereich abgegeben,“ versichert die Awo-Mitarbeiterin. „Es bleibt nichts übrig. Aussortierte Stücke werden in Ordnung gebracht und gehen nach Rumänien.“

Die Bepro sammelt Altkleider fürs Gebrauchtwarenhaus

Für das Gebrauchtwarenhaus der Bepro und seinen guten Zweck wirbt auch Geschäftsführer Heiko Boekstegers mit den aussortierten älteren Textilien. „Wir sammeln seit mehr als dreißig Jahren. Unser Ziel ist nicht die kommerzielle Verwertung. Wir arbeiten kostendeckend. Wir beschäftigen 15 Festangestellte, davon zwölf in Vollzeit und drei in Teilzeit. Außerdem haben wir uns auf die Fahne geschrieben, so viel Ein-Euro-Kräfte wie möglich zu beschäftigen mit in der Regel Ein-Jahres-Verträgen. Fünf der Ein-Euro-Kräfte haben wir in Vollzeit übernehmen können.“

Die Bepro, Mitglied im diakonischen Werk Rheinland, sammelt Altkleider im Gebrauchtwarenhaus, holt ab – auch bei Wohnungsauflösungen – verkauft für geringe Eurobeträge die Textilien. Was übrig bleibt, erhalten die von Bodelschwinghschen Stiftungen, Bethel.