Alte Herrlichkeit in Velbert ist schon wieder geschlossen

Ein Kleinod am Offersplatz ist die Alte Herrlichkeit. Doch nach wenigen Monaten ist das Traditions-Gasthaus schon wieder geschlossen. Nun sucht Inhaber Rüdiger Gilles nach einem neuen Pächter.
Ein Kleinod am Offersplatz ist die Alte Herrlichkeit. Doch nach wenigen Monaten ist das Traditions-Gasthaus schon wieder geschlossen. Nun sucht Inhaber Rüdiger Gilles nach einem neuen Pächter.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Überraschend hat der Pächter der Alten Herrlichkeit in Velbert seinen Vertrag vorzeitig aufgelöst. Er habe die Aufgabe wohl unterschätzt, heißt es von Seiten des Inhabers.

Velbert..  Es ist gerade einmal ein halbes Jahr her, dass die Alte Herrlichkeit ihre Türen öffnete und in neuem Glanz erstrahlte. Mit dem Kauf und dem Umbau der Immobilie hofften Inhaber Rüdiger Gilles und Pächter Christian Steinke, der Nostalgie vieler Velberter wieder eine Heimat zu geben. „Ich selbst habe früher oft am Tresen gesessen und ein Bier getrunken.“ Aufwändig wurde renoviert, saniert, umgebaut.

Es wird weitergehen

Doch seit zwei Wochen sind die Türen wieder geschlossen. „Ich war total überrascht. Die Mitarbeiter wurden von Herrn Steinke via Whatsapp informiert, dass er aufgibt.“ Rüdiger Gilles, der schon einige steinige Wege ging und auch einige Millionen mehr als gedacht in sein Herzensprojekt investierte, war geschockt. „Ich war vollkommen unvorbereitet, aber der Pächter bat mich, ihn eher aus dem Vertrag zu entlassen, weil er den Arbeitsaufwand nicht mehr packt. Die Belastung habe ihn krank, depressiv, gemacht.“

Gilles betont: „Das Ganze fortzuführen hätte niemandem mehr etwas gebracht.“ Steinke habe das Projekt unterschätzt, vermutet der Inhaber, der sich nun in einer sehr unerfreulichen Situation befindet. „Natürlich ist es auch eine Schande, dass bei der Sonnenwendfeier keine Gastronomie am Platz ist.“ Über andere Situationen will er gar nicht erst reden. So zerknirscht er auch ist:„Ich weiß zwar noch nicht wie und wann, aber es wird weitergehen.“ Auch mit wem ist noch ungewiss. Klar ist, Gilles wird genau hinschauen: „Ich habe schon ein paar Bewerber, aber sie werden auf Herz und Nieren geprüft.“ „Am liebsten wäre mir natürlich, wenn es mit regionaler und saisonaler Küche weiterginge, das hatte ich mir auf die Fahne geschrieben. Aber wenn der geeignete Bewerber italienische oder asiatische Gastronomie vorzieht, verschließe ich mich auch nicht.“ Im schlimmsten Fall werde er selbst die Zügel in die Hand nehmen, sich ein kompetentes Team anstellen und sich darum kümmern, dass sein „kleines Schmuckkästchen“ läuft.

So oder so: Die Zeit bis zur Wiedereröffnung wird Gilles nutzen: „Die Raucherterrasse wird fertig gestellt. Auch einige Mängel, die in der Zwischenzeit entstanden sind, werden behoben, wie beispielsweise Ausbesserungen am Boden.“

Den Gedanken, dass die Alte Herrlichkeit ein lukratives Geschäft ist, hatte Gilles schon nach der Sanierung aufgegeben. Dennoch: „So einen Verlust zahlt man nicht aus der Portokasse. Insolvent bin ich aber auch nicht.“ Und so scherzt er: „Mein Glas Wein kann ich abends immer noch trinken.“ Pächter Christian Steinke wurde von der WAZ um ein Statement gebeten, wollte zur Situation aber nicht Stellung beziehen.