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„Alldie-Kunst“ als Streitobjekt

13.10.2012 | 06:00 Uhr
„Alldie-Kunst“ als Streitobjekt

Langenberg.   Der Stuttgarter Künstler Wolfgang Seitz wirft Norbert Bauer geistigen Diebstahl vor:Er realisierte bereits 2004 ein „Alldie-Kunstprojekt“. Briefwechsel im Internet

„Es ist offensichtlich, dass Herr Bauer sich auf meiner Internetseite bedient und meine Ideen sowie geistiges Eigentum gestohlen und verwendet hat.“ Schwere Geschütze, die Wolfgang Seitz da auffährt. In einem Schreiben an zahlreiche Medien erhebt der Stuttgarter Künstler massive Vorwürfe gegen den Langenberger Projektkünstler. Kernpunkt des Streits: Das von Bauer initiierte und kurz vor seiner Eröffnung stehende „AlldieKunst-Kaufhauses“. Denn: „Bereits 2004 habe ich dieses Konzept in Stuttgart exakt mit dem gleichen Titel ‘Alldie Kunst’ realisiert“, so Seitz.

Der in seinem Brief mit Bauer noch härter ins Gericht geht: „Wenn Herr Bauer auf diese dreiste und unglaubliche Art versucht, sich in der Provinz wichtig zu machen und sich als anscheinend innovativer Künstler präsentieren muss, so muss er dies erstmals vor sich verantworten.“ Er jedenfalls werde weitere Schritte gegen Bauer prüfen lassen.

Bauer nennt Vorwürfe „abwegig“

Vorwürfe und Drohungen, auf die Norbert Bauer mit heller Empörung, aber auch mit ungläubigem Kopfschütteln reagiert. „Der Herr hat alle möglichen Leute angeschrieben – ohne mir vorab Gelegenheit zu einer Stellungnahme zu geben“, so der Kurator des Kulturhauptstadt-2010-Projekts „Ruhr Atolle“. Für ihn seien Seitz’ Vorwürfe „sowohl in der Form als auch in der Sache abwegig.“ Und das hat Bauer seinem Stuttgarter Künstler-Kontrahenten auch dezidiert dargelegt – in einem vierseitigen Schreiben, das mit sarkastischen Seitenhieben nicht spart: „Wie Sie sehen, gibt es auch für ‘Provinz-Künstler’ attraktivere Möglichkeiten der Inspiration als die Internetseiten eines Wolfgang Seitz“, heißt es da beispielsweise.

Der Stuttgarter allerdings hält seine Vorwürfe gegen Bauer aufrecht. Und nicht nur in Sachen „Alldie-Kunst“. Bauers Diebstahl an seinem geistigen Eigentum werde noch deutlicher, so Seitz in seinem Brief an Medien und Vereine, „wenn man den Titel seiner nächsten Aktion liest, „Der röhrende Hirsch“. Denn: „Diese Arbeit war Bestandteil meiner nächsten Kunstaktion im Jahr 2006 mit dem Titel ‘Vorfahrt’“.

Und auch gegen die Medien erhebt Seitz Vorwürfe: „Viel schwerer wiegt, dass Sie durch Ihre Unterstützung und/oder einer nicht recherchierten Berichterstattung über diese zweifelhafte Aktion sich vor den Karren dieses Herren spannen lassen und sich dadurch mitschuldig machen“, schreibt er.

Norbert Bauer will in dem Streit nun das Publikum entscheiden lassen: Er plant, beide Briefe auf der Internetseite des Langenberger Kunstvereins zu veröffentlichen – „um so eine individuelle Meinungsbildung zu ermöglichen“.

Harald Wiegand

Kommentare
18.10.2012
10:31
„Alldie-Kunst“ als Streitobjekt
von Prospero | #9

#8
"Intolleranz", " Menschenverachtung", haben Sie es nicht eine Nummer kleiner?
Es sind die immer gleichen Methoden, mit denen gewisse Leute in...
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„Alldie-Kunst“ als Streitobjekt
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http://www.derwesten.de/staedte/velbert/alldie-kunst-als-streitobjekt-id7188906.html
2012-10-13 06:00
Velbert