59-Jähriger soll drei Jungen sexuell missbraucht haben
01.12.2009 | 22:35 Uhr 2009-12-01T22:35:00+0100
Velbert. Ein 59-Jähriger aus Velbert-Neviges soll drei Kinder sexuell missbraucht haben. Die Jungen offenbarten sich bei Vernehmungen zum Fall Kassandra. Der 14-jährige mutmaßliche Peiniger der Neunjährigen soll den Kontakt zum Sex-Täter hergestellt haben; ob er selbst Opfer wurde, ist unklar.
Es war ein absoluter Zufallstreffer. Daraus macht die Staatsanwaltschaft Wuppertal keinen Hehl. Die Ermittler werfen einem 59-jährigen Händler aus Velbert-Neviges vor, mindestens drei Kinder sexuell missbraucht zu haben. Ans Tageslicht kamen die Verbrechen erst bei Recherchen im Fall Kassandra.
„Wir haben die drei Jungen als Zeugen vernommen”, sagt Staatsanwalt Wolf Baumert. Die Schüler sollten ihr Verhältnis zu dem 14-jährigen mutmaßlichen Peiniger Kassandras schildern. Der Jugendliche soll die Neunjährige im September lebensgefährlich verletzt und dann in einen Gully geworfen haben. „Bei der Vernehmung haben die drei Jungen von den anderen Taten erzählt”, sagt Baumert. Die Dimension des Falls reichten weit über den bereits bekannt gewordenen Verdacht auf Kinderpornografie hinaus.
Massive Übergriffe auf heute 15-Jährigen
Die wohl massivsten Übergriffe soll es auf einen heute 15-jährigen Schüler gegeben haben. Mit ihm soll der Geschäftsmann in den Jahren 2007 und 2008 mehrfach Oralverkehr vollzogen haben. Er habe dem Jungen in den Schritt gegriffen und Zungenküsse ausgetauscht. Auch die anderen beiden Opfer – zwei inzwischen 14 und 15 Jahre alte Jungen – seien 2007 und 2008 mit Zungenküssen bedrängt und unsittlich zwischen den Beinen angefasst worden.
„Er hat sich den Jungen aufs Spielerische genähert”, sagt Baumert. Der Tatverdächtige habe seine Opfer nach jedem Übergriff mit Geschenken entlohnt. Welche genau, kann Baumert nicht sagen. Nach Informationen der WAZ soll es sich dabei auch um Drogen gehandelt haben.
Rolle von Kassandras Peiniger unklar
Unklar ist bislang die Rolle des 14-jährigen mutmaßlichen Kassandra-Peinigers. Die Opfer gaben an, dass der Junge sie dem Händler vorgestellt habe. Ob der 14-Jährige, der in U-Haft sitzt, auch Opfer sexueller Übergriffe wurde, lässt die Staatsanwaltschaft offen: „Er hat sich ja selbst nicht für Vernehmungen zur Verfügung gestellt.”
Den 59-Jährigen erwartet jetzt eine Anklage wegen Kindesmissbrauchs. Er habe in einem Schreiben an die Staatsanwaltschaft alle Vorwürfe bestritten. Die Ermittlungen dauern weiter an. Der Mann werde auf jeden Fall auf freiem Fuß bleiben. So schlimm der Fall auch sei: „Es gibt keinen Grund für Untersuchungshaft”, sagt Baumert.
Nachbarn in dem bekannten Pilgerort beschreiben den Händler als merkwürdig, aber durchaus sympathisch. Man habe sich schon verschiedentlich über die unregelmäßigen Öffnungszeiten des Geschäfts gewundert. Der Laden befindet sich in unmittelbarer Nähe zu Kassandras Elternhaus.
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