33 Mal über glühende Kohle

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Was wir bereits wissen
25 Teilnehmer stellten sich beim Verein „Impulse“ auf dem Hopscheideiner besonderen Herausforderung: einem „33-er Feuerlauf“.

Langenberg..  Eigentlich muss man ja verrückt sein, mit bloßen Füßen über glühende Holzkohlen zu laufen – und das nicht nur ein-, sondern gleich 33 Mal. Diese Zahl, die in der Zahlenmythologie für Wende und Erneuerung steht, stand Pate, als jetzt unter Leitung der Schweizerin Nicole Friedli beim Verein „Impulse“ am Hopscheider Weg Langenbergs erster „33-er Feuerlauf“ stattfand.

Fröhlich und locker wirken die 25 Teilnehmer, die sich am späten Abend diesem Ritual unterziehen wollen. Es wird viel gescherzt und gelacht, und im Laufe des Geschehens hört man doch hin und wieder jemanden fluchen: „Sch..., ist das heiß!“ Immerhin geht man doch recht zügig über die bis zu 250 Grad heiße Glut, und beim richtigen, also großflächigen Aufsetzen der Füße sind Verbrennungen so gut wie ausgeschlossen.

Auf die eigene Willenskraft setzen

Angst überwinden, Vertrauen und vor allem Selbstvertrauen haben, auf die eigene Willenskraft setzen: Das sind Hauptziele dieser für Außenstehende wahnwitzig wirkenden mental-körperlichen Herausforderung, die seit Jahrtausenden rund um den Erdball praktiziert wird, und die in neuerer Zeit sogar Eingang in intensive Manager-Schulungen gefunden hat.

Um 14 Uhr ging’s auf Hof Fahrenscheidt los. Auf einer Traumreise sollte jeder Teilnehmer den persönlichen Krafthelfer, also ein Krafttier oder Fabelwesen aus einer anderen Realität, treffen und um Unterstützung bitten – eine in vielen Kulturen wie etwa der nordamerikanischer Indianer- Schamanen gängige Praxis zur Stärkung der Persönlichkeit.

Probelauf über Scherben-Teppich

Dann folgte ein erster Probelauf ohne Feuer, allerdings über einen kurzen Scherben-Teppich. Langsam, konzentriert und gemessen ging einer nach dem anderen über die knackend-berstenden grünen Flaschenscherben und hatte schon mal ein erstes Gefühl für die eigene Fähigkeit der Selbst-Überwindung. Gerti Maria Gruisinga (51), medizinische Fachangestellte, meint danach: „Die Nicole hat uns so hindurch getragen, dass es eigentlich keine Frage mehr ist, auch übers Feuer zu laufen.“ Na, ja: Mancher Teilnehmer hat aber doch deutlichen Respekt vor diesem zweiten, rotglühenden Teppich, der nach dem Niederbrennen eines großen Holzstoßes aus verbliebener Glut ausgebreitet wurde. Dennoch: Alle hatten sich entschieden – und so ging`s zur Sache.

Besuch von der Feuerwehr

Wie gesagt: 33 Mal hatte jeder Feuerläufer die knapp drei Meter lange Strecke zu überlaufen – bei der beträchtlichen Anzahl der Teilnehmer eine fast zweistündige Veranstaltung. Fazit: Es gab keinerlei Verletzungen- jeder hatte eine ganz eigene Motivation, dieses Ritual mit zu gehen. Und wohl jeder Teilnehmer war froh, diese Herausforderung bestanden zu haben.

Einer der aufregendsten Moment: das Erscheinen der Feuerwehr, von einigen Anwohnern alarmiert. Nach sorgfältiger Inspektion des Feuerortes, der ordnungsgemäß eingeholten amtlichen Genehmigung und aller Sicherheitsmaßnahmen stellte der Brandmeister schließlich Unbedenklichkeit fest – womit die Feuerläufer auch eine letzte behördliche Hürde nahmen.