150 Frauen auf der Bühne
17.09.2012 | 16:49 Uhr 2012-09-17T16:49:00+0200
Velbert. Zum vierten Mal präsentierten alle sechs im Sängerkreis Niederberg vertretenen Frauenchöre ein gemeinsames Konzert. Auch mit englischen Songs begeisterten die Damen das Publikum
Schon eine gute Stunde vor Konzertbeginn war großräumig um das Friedrich-Karrenberg-Haus kein Parkplatz mehr zu bekommen. Die Apostelkirche war gefüllt, die Bänke im Außenbereich durch die Chormitglieder, in der Mitte vom Fan-Block – fast durchgehend Damen und Herren der Generation 60 plus – biografisch tief verankert im deutschen Volkslied, aber auch mit einem Faible für schwungvolle Rhythmen, wo die Lieder gerne auch mal in englischer Sprache gesungen werden dürfen.
Viele Lieder in englischer Sprache
Zum vierten Mal präsentierten alle sechs im Sängerkreis Niederberg vertretenen Frauenchöre ein gemeinsames Konzert. Wieder ein reizvolles Projekt, denn jeder der sechs Chöre – 150 Sängerinnen auf der Bühne! – bot mit drei bis fünf Beiträgen einen aussagekräftigen Querschnitt seines Leistungsvermögens. Allen voran Rosemarie Hey, Chordirektorin und Kreis-Chorleiterin, mit ihrem Frauenchor „Joy“. Dieser Freudenchor hielt deutsches Liedgut hoch – im Gegensatz zu den folgenden Frauenverbänden, die eine Vielzahl an englischsprachigen Stücken auf die Bühne brachten. Noch vor wenigen Jahren wäre so etwas vom Publikum nicht goutiert worden.
Nach dem fröhlichen Auftakt durch die Hey-Sängerinnen folgten bis zur Pause der Heiligenhauser Chor „Musica“ unter Leitung von Winfried Pentek und der Frauenchor Neviges mit seinem Dirigenten Thomas Bartel. Dornenvögel-Filmmusik, ein Schlager-Potpourri, ein Louis-Armstrong-Megahit, Schellack-Schätzchen und der Karat-Song „Über sieben Brücken“ – mit Inbrunst und zumeist stimmlich sicher folgten die Chöre dem Konzertmotto „Beliebt – gewünscht“ und versprühten mit ihren nostalgischen Blicken auf die Stimmung von ehedem viel gute Laune, die auch bald aufs Publikum übersprang.
Auf dieser Schiene ging es munter weiter: Der Nierenhofer Frauenchor Silcher spannte seinen Bogen der Fröhlichkeit von Cat Stevens bis zu den Beatles, wobei einige Arrangements aus der Feder ihres Chorleiters Markus Stollenwerk stammen. Mit Gabriele Köhler und Frauke Hoppe folgten schließlich zwei weitere weibliche Stabführer; beide in völlig unterschiedlicher Weise zupackende Motivationskünstler, die aus ihren Chören Arion und Chorisma beachtliche Leistungen herauskitzelten. Wunderschönes Wirbeln bei der Rossiniana, die einige Ohrwürmer des italienischen Opernkomponisten zusammenfasste, ein fulminanter Kontrapunkt dazu dann „Schau was Liebe ändern kann“ von Musical-Altmeister Lloyd Webber.
Stimmen aus dem Publikum: „Solche Konzerte bereichern mein Leben und tragen mich durch den Alltag“, schwärmte Gudrun Winzer aus Wülfrath. „Mir fehlt ein bisschen das stimmliche Volumen, das man bei Männerchor-Konzerten erlebt“, wandte Siegfried Szander aus Velbert ein, lobte jedoch das bunte Konzertprogramm.
21:12
Noch ein paar Jahre, und es hat sich ausgesungen. In der WAZ liest man immer wieder von Chören, die sich aus purer Personalnot zusammenschließen. Zum Schluss bleibt dann ein einziger gemischter Chor übrig. Leider sind Chöre wohl Auslaufmodelle.