Zweistromland
09.11.2010 | 16:28 Uhr 2010-11-09T16:28:00+0100
Datteln/Olfen.Etwas Gemeinsames schaffen, das schön wie außergewöhnlich ist: Dazu haben die Städte Datteln, Olfen und Haltern am See schon vor Monaten den ideellen Schulterschluss geübt.
Die drei Kommunen setzen auf sanften Tourismus, auf das Erlebnis Natur.
Zumindest in der Amtszeit des Olfener Bürgermeisters Josef Himmelmann (CDU) ist die interkommunale Zusammenarbeit für das Projekt „Zweistromland“, das Areal zwischen den parallel verlaufenden Flüssen Stever und Lippe, eine Premiere. Im Dattelner Stadtentwicklungsausschuss stellte Himmelmann jüngst den aktuellen Planungsstand vor. „Dieses Fleckchen Erde besser erlebbar zu machen“, sei das Ziel, brachte es Naturfreund Himmelmann auf den Punkt. Immerhin, mit den Steverauen in Olfen haben er und seine Mitstreiter in Sachen Natur-Tourismus bereits eine exzellente Steilvorlage geliefert.
Jetzt soll die natürliche Attraktivität der großen Fluss-Schwester Lippe (Gesamtlänge 220 Kilometer) und ihrer Auenlandschaft im Zweistromland heraus gearbeitet werden. Eine „behutsame Maßnahme“ solle es werden, „Horden von Menschen“ wolle man nicht in dieses versteckte Stückchen Land locken.
Mit neuen Kanu-Aus- und Einstiegsstellen, einer Lippe-Querung für Fußgänger und Radfahrer – eine Möglichkeit, die es zwischen den Lippebrücken an der Rauschenburg in Olfen und in Ahsen bisher nicht gibt – , mit einer informativen Aussichtsstelle in Form eines Fesselballons, Geschichtstafeln an den Brücken, neuen Ruhebänken und (Fuß-)Wegebaumaßnahmen will man Mensch und Natur einander näher bringen.
Das Vorhaben ist schon weit fortgeschritten
Der Clou: Olfen plant eine vier Kilometer lange Verbindung zwischen den beiden Flüssen, die „neue Stever“. Der kleine Stever-„Ableger“ soll in seinem im Sandboden noch zu schaffenden Flussbett durch das „Zweistromland“ plätschern und bei Ahsen in die Lippe münden. Das Vorhaben ist schon weit fortgeschritten. Himmelmann: „Wir rechnen Anfang 2011 mit dem Planfeststellungsbeschluss.“
Der Vorschlagskatalog der drei Lippe-Anrainerstädte ist bereits eingereicht worden, und zwar an die Regionale, die Strukturförderung des Landes NRW, sowie an das so genannte Ziel2-Programm des Landes, dass im Rahmen von Wettbewerben unter anderem nachhaltige Projekte fördert. Jetzt muss es ans Eingemachte gehen und die Kriterien für die Vergabe von Fördermitteln erfüllt werden. „Innovationskraft und Modellcharakter für nicht ländlich genutzten Raum“, sind nach Himmelmanns Worten Eckpunkte der Anforderungen an förderungswürdige Projekte.
Eine kräftige Finanzspritze dürfte auch nötig sein, denn: Haltern am See ist mit 344 000, Datteln als ärmste der drei Kommunen mit 240 000 und Olfen selbst mit dem dicksten Batzen von 454 000 Euro bei den „Zweistromland“-Kosten dabei. Der Bürgermeister der Steverstadt Olfen gab sich indes optimistisch: „Wir gehen von einer 80-prozentigen Förderung aus.“
Über die Aufnahme des drei Städte-Projekts in das Ziel2-Programm wird in diesem Monat entschieden.
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