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46. Adolf-Grimme-Preis

Zwei Männer dominieren die Geschichte des Grimmepreises

10.03.2010 | 17:55 Uhr

Marl/Düsseldorf. Regisseur Dominik Graf kann jubeln. Nachdem in Düsseldorf die Gewinner des 46. Adolf-Grimme-Preises bekannt gegeben wurden, ist er mit seiner erneuten Auszeichnung der ungekrönte König dieses Wettbewerbs.

Immer wieder gerne gesehen: Ulrich Nöthen als Kommissar Tabor Süden und Martin Feifel als Kommissar Martin Heuer (v.l.). Hier in der Folge "Kommissar Süden und das Geheimnis der Königin".

Sieger sind auch in diesem Jahr die öffentlich-rechtliche Produktionen, die immerhin 13 Trophäe am 26. März bei der Preisverleihung im Marler Theater erhalten.

Bei den Privaten können sich ProSieben und das DSF jeweils über eine Auszeichnung freuen. Den Preis für sein Lebenswerk bekommt die deutsche Filmlegende Alexander Kluge. Auch Ina Müller, die erst durch eine Nachnominierung in den Wettbewerb kam, erhält einen Grimme-Preis für ihre erfolgreiche NDR-Sendung „Inas Nacht”.

Wenn man den Grimme-Preis mal rein als Wettbewerb betrachtet und auf Personen begrenzt, dann gibt es in der 46-jährigen Geschichte dieses bedeutendsten Fernsehpreises zwei Männer, die ihn stark geprägt haben. Der Marler Regisseur Heinrich Breloer, der u. a. mit seinen Thomas Mann-Verfilmungen Fernsehgeschichte schrieb, und Dominik Graf, der seit Jahren mit seinen Beiträgen für Qualitätsfernsehen sorgt. Beide sahnten in den letzten Jahren bei der Preisverteilung mächtig ab, es entwickelte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen zwei einzigartigen Filmemachern. Breloer erhielt bislang sieben „Fernseh-Oscars”, Graf überholte ihn gestern.

Für „Kommissar Süden und der Luftgitarrist” (ZDF) mit Jeanette Hain, Ulrich Noethen und Martin Feifel sicherte er sich seinen achten Grimme-Preis. Dabei handele es sich „um einen ziemlich perfekten Film” befand die Jury. Inhaltlich geht es darum, dass im Dezernat 11 der Münchner Polizei nach Menschen gesucht wird, die vermisst werden, verschwunden in der Flutwelle des Tsunami im Indischen Ozean – oder weil ihnen die Wirklichkeit abhanden gekommen ist.

„Die Arbeit im Vermissten-Dezernat ist so dynamisch zu erleben, dass nachvollziehbar wird, wie aufreibend diese Suche ist, zu der auch gehört, auf den Bildern grausamer Zerstörungen und Verstümmelungen Spuren von Opfern zu entdecken. Eben diese Suche nach der Wahrheit der Bilder ist das Thema dieses Films, der damit an Michelangelo Antonionis „Blow Up” erinnert”, heißt es in der Begtründung. Ein ganz besonderer Moment entstehe, wenn Tabor Süden den Koffer für die Luftgitarre entdeckt und in schallendes Gelächter ausbricht. Oder auch wenn Jeanette Hain als Polizistin Sonja spürbar macht, dass dem emotionalen Druck der Bilder der Tsunamie-Katastrophe nicht standzuhalten ist.

Auf einen Auftritt können sich die Filmfans in Marl besonders freuen: Kino- und Fernseh-Ikone Senta Berger spielt in dem preisgekrönten Film „Frau Böhm sagt nein” von Connie Walther (ARD/WDR) die Hauptrolle – und wird ebenfalls mit einer Grimme-Trophäe im Theater ausgezeichnet.

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Peter Kallwitz

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