Zwei Lesungen im Februar beim LiteraturRE-Festival
26.01.2012 | 15:31 Uhr 2012-01-26T15:31:00+0100
Recklinghausen. Mit zwei Autoren-Lesungen bietet der Februar einen Hauch vom Versäumten: dem geplatzten „LiteraturRE“-Festival.
Das eine, große Ärgernis dieses an sich gut bestückten Lese-Monats steht noch als stolze Ankündigung in den Heftchen der „Literatur-Veranstaltungen“: Leider aber gibt’s kein „LiteraturRE“-Festival, weil die kommunale Finanzaufsicht diese Extra-Ausgabe nicht erlaubt.
Als Gäste der Neuen Literarischen Gesellschaft lesen Sabine und Michael van Ahlen am Dienstag, 7. Februar, um 19.30 Uhr im Kutscherhaus, Willy-Brandt-Park, aus den „Abschiedsbriefen“ des Ehepaars Helmuth James und Freya von Moltke. Im Herbst 1944 wartet der Jurist und Widerstandskämpfer des „Kreisauer Kreises“, Helmuth James von Moltke, im Gestapo-Gefängnis Berlin-Tegel auf seinen Prozess. Fast täglich schreibt er seiner Frau Freya Briefe, die der Gefängnispfarrer Harald Poelchau unter Lebensgefahr aus dem Todestrakt schmuggelt. Es sind – von Beginn an – Abschiedsbriefe.
Helmuth James von Moltke wird am 23. Januar 1945 hingerichtet. Den Briefwechsel hat Freya zu ihren Lebzeiten nicht zur Veröffentlichung freigegeben, als zu persönlich empfand sie den Inhalt. Am Ende ihres politisch engagierten Lebens überließ sie jedoch die Briefe dem Deutschen Literaturarchiv in Marbach.
Sabine und Michael van Ahlen geben lesend einen Blick auf das Innerste zweier Menschen, die unter äußerster psychischer Anspannung ihre Liebe, ihre Kraft und ihre Würde nicht verloren.
Karten kosten 10 €, ermäßigt 8 €, erhältlich in den Buchhandlungen Attatroll, 02361 17002, Lesezeichen, 02361 374 301 und Musial, 02361 181 249.
Noch einmal Recklinghausens beliebtester Vorleser: Doch für die Reihe „sonntags um 11“ am 19. Februar begleitet Michael van Ahlen in der Altstadtschmiede der Cellist Ludger Schmidt. „Es war einmal ein Lattenzaun, mit Zwischenraum, hindurchzuschaun.“
Die „Galgenlieder“ (1905) von Christian Morgenstern künden nicht (nur) von Verhängnis. Sein Bildgedicht „Fisches Nachtgesang“ irritierte Generationen von Schülern. Der feine bis makabre Humor seiner Verse und Aphorismen findet sich auch in „Palmström“ (1910) und „Palma Kunkel“ (1916, aus dem Nachlass). Van Ahlen setzt auf die liebenswürdige Seite des frühen Strindberg-Übersetzers. Der Eintritt kostet 8 €.
Nein, der sechste Roman des Literaten und Dramaturgen John von Düffel, handelt nicht vom „Olympier“ aus Weimar. In der Stadtbücherei geht’s vielmehr am Dienstag, 28. Februar, um 20 Uhr um einen erfolglosen Schriftsteller, den Erzähler des 300-Seiten-Romans, der endlich an etwas „Größerem“ arbeitet. Aber überall, wo er hin will, war „Goethe“ schon da. Der als Verkäufer des eigenen Werkes viel erfolgreichere Kollege Johann W. verspricht dem armen Tor, sein Erfolgs-Geheimnis zu verraten – für eine kleine Gegenleistung. Der FAZ-Rezensent nannte die satirische Farce auf den Literaturbetrieb „herrlich ins Karikaturistische“ überzogen.
Die „Krimi“-Lesung am Mittwoch, 29. Februar, um 20 Uhr im Kassiopeia-Saal des Ruhrfestspielhauses verheißt einen Mix aus Lesung und Comedy – mit viel Allgäuer Lokalkolorit. Volker Klüpfel und Michael Kobr lesen aus „Schutzpatron – Kluftingers neuer Fall“. Titelheld des neuesten „Kluftingers“ ist der Heilige Magnus, dessen Reliquie samt übrigem Burgschatz auf große Ausstellungsreise gehen soll. Und ausgerechnet der wenig kunstbegeisterte Kluftinger soll den Schutz der Kostbarkeiten koordinieren.
Karten kosten 17,90 €, erhältlich an den bekannten Vorverkaufsstellen, 0209 14 77 999, online www.imVorverkauf.de.
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