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Zweckverbund Bibliothek 2.0

03.01.2008 | 23:15 Uhr

Nicht alle städtischen Büchereien im Vest sind von den Vorteilen eines kreisweiten Verbundes überzeugt

Vest. Die Bürgermeister der Städte im Kreis haben ihren Verwaltungen den Arbeitsauftrag erteilt, die Arbeit der Fachämter im Kreis zu vernetzen. Ziel ist, bei gleichzeitiger Verbesserung des Leistungsangebotes für die Bürger Geld einzusparen. Diese Kooperationen sind für die Bereiche Musikschulen bzw. öffentliche Büchereien geplant.

Drei Städte haben die Zusammenarbeit im Büchereibereich bereits intensiviert: Haltern am See, Marl und Recklinghausen. Sie hatten allerdings beste Voraussetzungen, da sie über die gleiche Systematik verfügen. Die Zusammenarbeit bedeutet:

- alle Buchbestände sind in einem Katalog zusammengefasst - gegen eine Gebühr von 1 Euro können über Fernleihe Bücher in der jeweiligen anderen Bibliothek bestellt werden - es gibt einen Leseausweis für alle drei Bibliotheken - die Bücher können in den drei Städten an insgesamt sechs Ausleihstellen zurückgegeben werden Fernziel ist, ein gemeinsames Veranstaltungsangebot.

Oer-Erkenschwick sieht keine finanziellen Vorteile, sich dem Verbund anzuschließen. "Wir müssten jedes einzelne Buch mit einer neuen Signatur versehen, die Benutzergruppen und Leseausweise ändern", sagt Büchereileiterin Renate Schröder. "Der Nutzen für den Leser ist ebenfalls nicht so hoch." Oer-Erkenschwick favorisiert stattdessen eine kreisweite Zusammenarbeit bei der Nutzung "digitaler Medien" wie E-Books, -Paper, -Audios, -Videos. "Falls das Land Mittel zur Verfügung stellt, steigen wir auf jeden Fall ein", so Schröder. Das Projekt könnte Mitte des Jahres spruchreif werden.

Datteln setzt verstärkt auf interkommunale Zusammenarbeit. Eine Bestandsaufnahme der bestehenden Kooperationen (EDV, Literaturwoche, Nacht der Bibliotheken) belege, dass dadurch Angebote erhalten blieben. "Aber wir halten nicht alle Vorschläge für durchführbar", so Bürgermeister Wolfgang Werner (parteilos). Zwischen den Büchereien im Ostvest gibt es eine Zusammenarbeit bei der Ausleihe, "aber es werden Gespräche geführt, um sie auszubauen und die Kosten zu senken", so Werner. istSeit Mai 2007 läuft das Pilotprojekt, Hamburg und Würzburg waren die ersten Städte mit "Onleihe". In NRW bietet Köln ein digitales Ausleih-Angebot online an. Weitere Städte sollen folgen. Gerade für Berufstätige wird die Ausleihe aus öffentlichen Bibliotheken damit attraktiv, da sie sich nicht mehr nach Öffnungszeiten richten müssen. Das Online-Angebot umfasst digitale Titel, darunter Hörbücher, E-Books, Videos und Musik. Wie in der herkömmlichen Bibliothek dauert die Ausleihfrist rund eine Woche, danach werden die Medien unbrauchbar.

Foto: WAZ

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