Zechengelände ist ein Thema
16.06.2011 | 17:40 Uhr 2011-06-16T17:40:00+0200
Herten.„Warum so ein Theater?“ Das hätten sie manche Elternvertreter gefragt ange-sichts all der Diskussionen um neue Räumlichkeiten für die DITIB-Moschee in Langenbo-chum, berichtete Elke Hanisch, Leiterin des Kindergartens Kiko, wo zum dritten Mal der Runde Tisch zum Thema tagte. Den hat Bürgermeister Dr. Uli Paetzel mit interessierten Bürgern und Vertretern von Kirchen und Vereinen besetzt, geleitet wird er vom Dortmunder Polizeidirektor Jörg Lukat, der in Langenbochum wohnt. Hanisch sagte dem Ausschuss, dass sie von den jungen Leuten mit Kind „keine einzige negative Meinung“ gehört habe.
Anwohnerin Karin Schwentick hingegen hatte „nur negative Bemerkungen und nicht eine Befürwortung“. Seit ein Foto veröffentlicht worden sei, auf dem zu sehen sei, dass das Gotteshaus nicht zu groß und ohne viele Türmchen entstehen soll, habe es sich aber etwas beruhigt. „Auf Facebook hingegen hat die Stadt überwiegend positive Meinungen zum Moscheebau bekommen“, berichtete Stadtsprecherin Nele Däubler.
DITIB-Vorstand Gürkan Sönmez erzählte, in seinem Reisebüro stünden zwei- bis dreimal so viele Kunden hinter dem Projekt wie die Gruppe derer, die fragte, ob das unbedingt sein müsse. „Die meisten glauben, es sei eine Chance, dass die Menschen besser zueinander finden.“
Baurat Volker Lindner erklärte, dass aus baurechtlicher Sicht eine Moschee in den meisten Gebietstypen generell zulässig sei, Dorf, Mischgebiet, allgemeines Wohngebiet und natürlich auch im Gewerbegebiet, nur in einem reinen Wohngebiet nicht. „Und vor dem Gesetz und der Behörde sind alle Antragsteller natürlich gleich – und auch alle Religionsgemeinschaften“, machte Lindner deutlich.
Schließlich ging es auch erst-mals um Standorte. Die leer-stehende VIKZ-Moschee in der Feldstraße sei zu klein und hätte erneut die Parkproblematik, zudem sollen möglichst nicht beide Moscheen in den gleichen Stadtteil.
Das ehemalige Domicil-Möbelhaus gegenüber der „Vestischen“ wurde von Anwohner Paul Stiller ins Gespräch gebracht. Der Grünstreifen zwischen Westerholt und Langenbochum soll als solcher erhalten bleiben und biete daher keine Möglichkeit, stellte Baurat Lindner klar. Er soll bis zur nächsten Sitzung noch einmal überlegen, was es für geeignete Standorte geben könnte.
Vor einem Jahr habe er, so Lindner, mit dem Moscheever-eins-Vorsitzendem Seref Ölcek diskutiert, ob es auf dem Gelände der Zeche Schlägel & Eisen Platz für die DITIB-Muslime gebe. „Doch die Gebäude sind zu groß, da müssten sich mehrere Nutzer eines teilen.“ Als Nachteil sah Ölcek auch, dass alte Gebäude meist doppelte Kosten verursachten. Andererseits sei sowohl ein Umbau als auch ein Neubau auf dem Gelände vorstellbar. „Wenn es nicht zu teuer wird“, so Ölcek und Sönmez.
„Das ist fußläufig erreichbar, wir hätten kein Problem wegen Lärm mit Anwohnern, und auch Platz für Parkplätze gäbe es genug“, so Sönmez. Auch der alte Zechensportplatz an der Backumer Straße sei denkbar, aber wieder näher an Wohnbebauung, gab Ölcek zu bedenken. Dienstag geht’s weiter, dann werden auch die Meinungskästen ausgewertet.
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