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Interview

Wo Godoj draufsteht, ist jetzt auch Godoj drin

17.11.2009 | 23:01 Uhr
Wo Godoj draufsteht, ist jetzt auch Godoj drin

Recklinghausen. Der Recklinghäuser Rockmusiker Thomas Godoj veröffentlicht am 20. November sein zweites Album. Von den 13 neuen Songs sind die meisten auf Deutsch, einen singt er auf Polnisch. Ein Gespräch über Selbstbestimmung, Starkult und die neue Tour "Richtung G".

Das neue Album zeichnet sich unter anderem durch eine völlig neue Handschrift aus. Was ist anders als bei Plan A?

Video
Am 22. September 2009 hat Thomas Godoj vor dem Rathaus in Recklinghausen Szenen für sein neues Musikvideo "Nicht allein" gedreht. Video: Marc Wolko

Thomas Godoj: Zum einen habe ich den Spieß umgedreht und diesmal mehr deutschsprachige Songs auf dem Album. Lediglich drei in Englisch und ein polnisches Lied, das ich mit Robert Gawlinski zusammen geschrieben habe.

Und zum anderen?

Godoj: Ich hatte diesmal vom Schreiben bis zum Sound alles unter Kontrolle, und auch den Produzenten selbst ausgesucht. Wir sind so vorgegangen, dass wir ein Songwriter-Meeting in Berlin einberufen hatten. Mit der Band und auch neuen Leuten. Alle haben an den neuen Stücken mitgewirkt.

Und wie funktioniert so etwas?

Godoj: Ich habe die Themen vorgegeben. Und dann haben wir daran gefeilt. Später habe ich dann die Leute nochmal einzeln besucht und die Song zuende geshrieben.

Inhaltlich sind die Lieder stark von persönlichen Erlebnissen geprägt. Eine Auseinandersetzung mit Deinem Umfeld?

Video
Thomas Godoj im Soundcheck. Video: Michael Osterhaus und David Nienhaus

Godoj: Ja, es sind unter anderem zwischenmenschliche Geschichten. Allerdings betreffen sie mich nicht nur allein. Bei dem Song „Zehn-Meter-Brett” geht es beispielsweise darum, dass man sich die Welt zurecht gebogen hat und den Absprung nicht schafft. Das betrifft viele.

Bei der harten Rock-Nummer „Alles, was nicht existiert” forderst Du die Leute auf, ihre Talente auszuleben.

Godoj: Nur nicht verbiegen lassen, lautet die Parole. Offen für Neues sein. Nicht stehen bleiben, über seinen Schatten springen.

Du stellst auch immer wieder den Starkult infrage – wie in dem Song „Starschnitt”. ,Diese Welt ist so verrückt, doch was passiert, wenn sie mich irgendwann zum Teufel schickt?' Immer im Auge, dass es von ganz ober auch wieder ganz schnell nach unten gehen kann?

Godoj: Nun ja, es geht darum, wie man sich fühlt. Dass man letztendlich keine Kontrolle über das hat, was passiert. Ich kann mein Ding machen – und dann wird sich rausstellen, was damit passiert. ,Das hier ist'n Flugzeug, das ich flieg, aber nicht lenken kann . . .' heißt es in dem Text weiter. Und das stimmt natürlich.

Wie kamst Du darauf, dich mit dem Thema Kindesmissbrauch in dem Lied „Winterkinder” zu beschäftigen?

Info
Trennung vom Manager

Mit seinem Album „Richtung G” macht Thomas Godoj einen Schnitt. Auch was das Management angeht: Er trennte sich jetzt von seinem Manager Andreas „Bär” Läsker. „Ich werde das nun selbst übernehmen”, erklärte er.

Damit hat er auch die Kontrolle über sein „Tun und Lassen” im, wenn man so will, Verwaltungsbreich übernommen. Seinen musikalischen Weg kontrolliert er ohnehin seit er sich wieder mit seiner Band zusammengetan hat. Alles aus eigener Hand, heißt es für den Echo-Preisträger. Und das Album ist beweis, dass er damit auf dem richtigen Weg ist. Denn großen Einfluss auf die Songs von „Richtung G” hatten dabei u. a. die Tourneen nach der Veröffentlichung des Longplayers „Plan A”. Die Gruppe wuchs zusammen. Unter anderem wurden während dieser Phase Lieder wie „Alles, was nicht existiert” geschrieben und andere angedacht.

Godoj: Dieser Song liegt mir sehr am Herzen. Er existiert bereits seit fünf Jahren. Den habe ich schon mit meiner alten Gruppe „Wink” gespielt, für das Album aber neu arrangiert.

Wen willst Du damit ansprechen?

Godoj: Die Betroffenen. Ich will, dass die Leute sich trauen, aus der Anonymität heraus an die Öffentlichkeit zu treten. Ich habe früher Briefe von Betroffenen bekommen, die mir schrieben, dass ihnen das Lied geholfen habe.

Wie entsteht eigentlich ein Text, wie muss man sich das bei Dir vorstellen?

Godoj: Ich schreibe mir Stichpunkte auf, wenn mir etwas ein- oder auffällt. Oder wenn ich etwas erlebe. Ich versuche das dann textlich auf einer relativ breiten Fläche anzulegen, damit sich viele angesprochen fühlen. Letztendlich suche ich nach Bildern, die ich den Leuten vermitteln kann. Deshalb arbeite ich auch sehr gerne mit Metaphern.

Am 5. und 6. Dezember startet die „Richtung G Tour” in der Recklinghäuser Vest Arena. Auf was dürfen sich die Fans da freuen?

Godoj: Auf uns natürlich. Im Ernst: Wir arbeiten diesmal mehr mit Lichtdesign und Videos. Lasst Euch überrachen!

Was bedeutet eigentlich genau Richtung G?

Godoj: Dass da, wo Godoj draufsteht, auch Godoj drin ist.

Peter Kallwitz

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Kommentare
24.11.2009
07:47
Wo Godoj draufsteht, ist jetzt auch Godoj drin
von zitronenpresser | #28

Alle Pfeifen, die meinen, Platz 18 sei ein chartflop, haben niemals in ihrem Leben auf einer Bühne gestanden. Heutzutage ist Platz 18 nochmal mehr wert durch Runterladen etc.
Ich mag die Musik nicht wirklich, die Thomas Godoj macht, aber besser als Brechmittel PUR oder Silbermond ist er auf jeden Fall !!

24.11.2009
04:47
Wo Godoj draufsteht, ist jetzt auch Godoj drin
von Petra 79 | #27

Ich war (und bin) bei DSDS zwar eher Fady Fan als Thomas Fan, aber den neuen Song Nicht allein find ich nicht schlecht und die Stimmung auf dem Videoclip kommt auch super rüber. Einen Einstieg auf Platz 18 find ich jetzt ganz OK. Ob die Trennung von Bär gut oder schlecht ist, wird sich rausstellen. Aber das ist seine Entscheidung gewesen und er wird sicher Gründe gehabt haben. Und Entscheidungen, die sich hinterher als dämlich rausstellen, treffen auch Normalos ab und an. Ich könnte mir aber vorstellen, dass die weiteren Superstarträume mehr die Träume seiner Fans sind als die von Thomas selber. Vor die Wahl gestellt, die Nr. 1 zu sein, Kompromisse eingehen zu müssen und auf dem Präsentierteller zu sitzen oder als Nr. 25 bis 50 gut von der Musik zu leben, machen können was er will und Zeit für seine Familiele zu haben und nicht gleich in der Bild zu stehen, wenn er z. Bsp. mal ne Kollegin zu freundlich begrüßt, würde Thomas wahrscheinlich sagen, gut dann weißste ja wo du mich findest. Gibt ne Menge Leute, die sich lange und erfolgreich in der Musikbranche halten, ohne ganz vorne mitzuschwimmen. Und die sind wahrscheinlich glücklicher als einige der depressiven, alkoholabhängigen oder drogenkonsumierenden Superstars. Außerdem rollt man das Feld besser von hinten auf und Grönemayer hat auch lange gebraucht bis er sein Nuschelimage überwunden hat .Und im Sommer ein Open Air Konzert in meiner Nähe, da würd sogar ich mich zu nem Thomas -Konzert überreden lassen.

22.11.2009
10:05
Wo Godoj draufsteht, ist jetzt auch Godoj drin
von weinpa | #26

DSDS ist für Thomas Segen und Fluch zugleich. Einige Medien ignorieren ihn, weil er in dieser fraglichen Show mitgewirkt hat, andere aber erkennen ihn ihm einen echten Musiker, der in der Lage ist super Songs zu schreiben, die sich wohltuend von vielen anderen seichten Liedern abheben. Das live und unplugged Konzert, dass von Radio Berlin am letzten Donnerstag in voller Länge übertragen wurde, war z. B. ein reiner Genuss. Das neue Album besteht aus einer gelungenen Mischung aus rockigen deutschen Songs, mit sinnvollen Texten und sehr schönen englischen Balladen. Wirklich hörenswert!

20.11.2009
13:43
Wo Godoj draufsteht, ist jetzt auch Godoj drin
von mausefritzchen | #25

Habe Godoj versehentlich falsch geschrieben, das Y hatte es mir wohl angetan- die Synfonie ist auch irgendwie daneben- vorne alt und hinten jung, wahrscheinlich habe ich zuerst an die Bochumer Philharmoniker gedacht und dann an die Ruhrpott-Rockstars...

20.11.2009
10:56
Wo Godoj draufsteht, ist jetzt auch Godoj drin
von alisia | #24

Bitte berichten Sie weiter über Thomas Godoj und seine musikalische Entwicklung und lassen Sie sich nicht abschrecken von 2 oder 3 Mißgünstlingen, die überall ihre Tiraden hinterlassen. Warum? Bringen die selber nichts zu Wege und finden ihre Befriedigung darin, Leistungen anderer dadurch schmälern zu wollen, indem sie niveauloses Zeug ohne Hintergrundwissen schreiben?
Wenn man bedenkt, wieviel Geld in ausländische Jungstars gesteckt wird, um sie auf dem deutschen Markt zu etablieren und die Teenies diesem Hype voll hinterher laufen, dann ist es nicht ganz korrekt, zu behaupten, Godoj hätte viel Unterstützung erhalten. Bis auf die TV-Mini-Werbespots in den letzten beiden Wochen und die hauseigenen Sony-Artikel, die nur der findet, der sucht und interessierte Leute, die in ihren Blogs berichten, ist die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit eher mäßig. Und das hat nichts mit der qualitiativen Arbeit zu tun, sondern ist eher strategisch zu betrachten. Pressearbeit ist unabdingbar!
Auch Größen wie Robbie Williams und ein John Bon Jovi beschäftigen ihre Leute für die gezielte Pressearbeit, da kommt nichts von ungefähr und kaum einer regt sich auf, wenn rosarot berichtet wird.
Godoj hat jede Unterstützung seitens der (freien) Presse verdient. Dieses musikalische Talent nicht zu fördern, wäre wahrlich ein Fiasko. Bleiben Sie dran, Herr Kallwitz !

19.11.2009
14:08
Wo Godoj draufsteht, ist jetzt auch Godoj drin
von mausefritzchen | #23

Hier ist doch eine Menge Missgunst unterwegs! Wer die Qualitäten von Godoy nicht zu schätzen weiß, dem wird er doch auch nicht aufgezwungen, oder? Der muss schon mit der Schnauze tief im Internet wühlen, um ihn aufzuspüren, die Hasskappe aufsetzen und herumschmieren zu können!
Es ist auch völlig richtig, dass gute regionale Musiker u.a. medial zu wenig gefördert werden. Statt x-mal täglich im Radio Eros Rambazamba (wenn da mal nicht Berlusconi die Flossen mit drin hat!) ertragen zu müssen, würde ich gerne mal etwas von Godoy hören. Allein schon der geilen Stimme wegen!
Außerdem gefällt mir, dass er sich auch immer für die junge Musikszene einsetzt. Mich ärgert aus gegebenem Anlass ebenso, dass den größten Talenten regelmäßig viel Steine in den Weg gelegt werden, weil man schlicht ignoriert, dass der Aufstieg mit viel Arbeit und Zeitaufwand verbunden ist und auch der aufstrebende junge Musiker von irgendetwas leben muss. Wenn das Ruhrgebiet künftig von Kultur leben will, sollte es den besten Bands mal etwas wärmere Nester bereiten. Oder will man die Kulturmillionen nur in Konzerthäuser für altbackene Synfonieorchester investieren und aussterbende Generationen bedienen?

19.11.2009
13:18
Wo Godoj draufsteht, ist jetzt auch Godoj drin
von Anonymus | #22

Die Trennung von Bär Läsker empfinde ich persönlich zwar als einen unklugen Schachzug, da ich allerdings die Hintergründe, die zu dieser Entscheidung geführt haben, nicht kenne, warte ich einfach mal ab, wie sich die Sache entwickelt. Wenn die Band wirklich so gut harmoniert, wie es auf mich den Anschein erweckt, gehen die Jungs einfach mit dem Kopf durch die Wand, lassen sich von niemandem aufhalten und ziehen ihr Ding durch. Schlussendlich ist es Thomas’ Entscheidung und er hat von nun an die Fäden in der Hand. Ich hoffe aber, dass Thomas Bär Läsker nicht einfach so vor den Kopf gestossen hat mit seinem Entschluss, das Management zu wechseln. Schliesslich hat dieser sehr viel für Thomas getan und es wäre nicht ganz fair, diese Dienstleistungen einfach alle so in den Wind zu schiessen. ?
Über den weiteren Erfolg von Thomas kann man derzeit nur rätselraten. Das wichtigste ist jetzt, dass er seinen Chance nutzt den Menschen da draussen zu zeigen, dass ihn ihm mehr steckt als man es von vorherigen DSDS-Siegern kennt und vor allem, dass er auch zu 100% hinter dem steht, was er durch seine Musik verkörpert. Wobei dabei wohl die wenigsten Zweifel haben dürften =) Viel Erfolg!

18.11.2009
21:15
Wo Godoj draufsteht, ist jetzt auch Godoj drin
von MKVertreter | #21

Platz 18 ist nicht gut - aber auch keine Katastrophe. Entscheidend ist immer, wie sich ein Album verkauft. Dass sich Thomas Godoj nach so kurzer Zeit schon wieder von Bär Läsker trennt, wundert mich allerdings sehr.
Promo hatte er im Vergleich zu anderen Künstlern reichlich - sowohl in diversen Printmedien als auch bei RTL. Große Musiksendungen, in denen sich Künstler präsentieren können, sind rar gesät. Aber bei diversen Radiosendern wird er doch auch gespielt.
Vielleicht haben auch finanzielle Gründe zur Trennung Godoj/Läsker geführt. Denn ein Manager kostet logischerweise als wenn man die Dinge selbst in die Hand nimmt. Ob Thomas das kann, steht auf einem anderen Blatt.

18.11.2009
20:42
Wo Godoj draufsteht, ist jetzt auch Godoj drin
von evaxxx | #20

neid muß man sich hart verdienen in deutschland !!! und all die mißmutigen neider, die bei charteinstieg auf platz 18 von FLOP reden (eisblume kam nur auf platz 28 ;-) ... sollten sich mit dingen (und personen) beschäftigen, die ihnen GEFALLEN ... das macht nämlich aus destruktiven NEIDERN produktive lebensfrohe menschen !!!

18.11.2009
15:37
Wo Godoj draufsteht, ist jetzt auch Godoj drin
von Moerser1904 | #19

Der Junge hat Potenzial und das Management ist mir persönlich komplett egal. Hoffentlich hat er sich jetzt von diesen ganzen Knebelverträgen gelöst und kann seine Kreativität und seinen Tatendrang voll und ganz ausleben, denn bisher ganz klar der beste Künstler (auch wenn es eine sch... Sendung ist!) aller Staffeln.

Ich werde mir das Album ebenfalls zulegen. Und die Platzierung in den Charts ist mir dabei eigentlich egal, da ich auf diesen debilen Mainstream-Müll (Lady Gaga, Queensberry, David Guetta etc.) eh nicht ertragen kann. Da lob ich mir ein ehrliches, ansprechendes und sinnvolles Album - im aktuellen Fall ist es halt Thomas Godoj.

Und ich hoffe ja immer noch auf eine eigene Version von Casing Cars, aber da werde ich wohl noch was warten müssen... ;-)

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