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WLAN für alle ist machbar

18.02.2015 | 08:37 Uhr
Der Selbstversuch an der Kellerstraße gegenüber der Altstadtschmiede beweist: Freifunk funktioniert.  Gutzeit
Der Selbstversuch an der Kellerstraße gegenüber der Altstadtschmiede beweist: Freifunk funktioniert. GutzeitFoto: Jörg Gutzeit

Recklinghausen.  Bislang war Recklinghausen eine WLAN-Wüste, doch das muss nicht so bleiben: Behauptet zumindest eine Gruppierung, die sich Freifunk nennt. Und dahinter steckt eine einfache Idee, die immer mehr Unterstützer findet.

Der Ansatz ist simpel: Jeder tritt gefahrfrei ein bisschen von seinem WLAN ab, und schon ergibt sich ein geschlossenes Netz. Und das geht so: Man erwirbt einen zusätzlichen Router (also ein Gerät, das Daten empfängt und aussendet) zum Preis von 20 bis 60 Euro und stellt ihn ins Fenster oder aufs Dach.

Entweder ist eine bestimmte Software schon aufgespielt oder man lädt sie sich herunter. Das war‘s dann schon. "Dreampixel" an der Kellerstraße, die "Praxis für Computerheilkunde", schreitet mit gutem Beispiel voran: Geht man dort vorbei, so signalisiert das Smartphone einen unverschlüsselten WLAN-Zugang mit dem Namen "Freifunk". Inhaber Erich Burmeister gefällt die Idee des Internets von allen für alle: "Und im Ruhrgebiet sind schon knapp 1 000 Router dabei."

Michael Herzog ist so etwas wie ein Recklinghäuser Freifunk-Pionier. Bei ihm zu Hause an der Buddestraße gibt es bereits mehrere Router, die die Öffentlichkeit versorgen, wovon Schüler des nahe gelegenen Berufsschulzentrums Campus Vest schon reichlich Gebrauch machen: "Das ist eine offene Initiative. Wir würden uns natürlich freuen, wenn die Stadt uns unterstützen könnte. Gar nicht so sehr mit Geld, sondern mit der Erlaubnis, Router auf Schulen oder anderen öffentlichen Gebäuden aufzustellen."

Und genau das findet auch die SPD: Die größte Ratsfraktion setzt sich dafür ein, dass die Stadt freie Netze fördert und möchte darüber schon auf der Ratssitzung am 2. März diskutieren. Frank Cerny erklärt als Fraktionsvorsitzender, worum es geht: "Wir hätten gerne, dass der Rat die Freifunk-Initiative in Recklinghausen ideell unterstützt und dass die Verwaltung überprüft, ob man städtische Gebäude zur Verbreitung nutzen kann." Außerdem, so Cerny weiter, "wäre es schön, wenn die Wirtschaftsförderer bei örtlichen Unternehmern für den Freifunk werben könnten".

In Kommunen wie Paderborn und Arnsberg ist man da schon viel weiter: Dort hat die Verwaltung die Freifunker unterstützt, mit dem Ergebnis, dass alle Beteiligten hochzufrieden sind. In Arnsberg sind inzwischen sogar alle Busse mit WLAN ausgestattet.
Alles Wissenswerte: freifunk-recklinghausen.de

Ralf Wiethaup

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2015-02-18 08:37
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