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Widerstand gegen neuen Dorfkern

01.07.2012 | 18:41 Uhr
Widerstand gegen neuen Dorfkern
Der Dorfkern soll umgestaltet werden. So sollen die Bücherei (l) das Pfarrheim (r) sowie der Kindergarten St. Joseph abgerissen werden. Eine Bürgerinitiative wehrt sich gegen die Pläne.Foto: Joachim Kleine-Büning

Haltern am See. Die Mitglieder der Bürgerinitiative „Dorfplatz Sythen“ hoffen darauf, dass die Bürger, die bereits gegen die Bauplanung des Dorfplatzes Sythen unterschrieben haben, ihre Einwände an die Stadt nun auch schriftlich formulieren. Darauf machten sie am Freitagabend auf dem Marktplatz in Sythen aufmerksam.

Bei den Gästen der Schützenfestnachfeier liefen sie damit nicht unbedingt offene Türen ein, als sie vor dem Festzelt Flugblätter verteilen. Dennoch holt sich später einer der Zeltgäste noch ein Flugblatt. „Es scheint also Thema zu sein“, freut sich Peter Knüwer von der BI. Die Pläne zur Dorfplatzbebauung liegen noch bis zum 13. Juli in der Muttergottesstiege aus. Die kurzfristig bekannt gegebene und nur 14 Tage währende Offenlegung, davon eine Woche in den Sommerferien, eine Bürgerversammlung im Rathaus, die vor allem ältere Sythener davon abhält, zu kommen - all das bestätigt die BI in ihrem Eindruck, dass „den Offiziellen gar nicht daran gelegen ist, dass das Projekt noch gekippt werden könnte“, so BI-Mitglied Barbara Schlichting.

Mit dem Protest wolle man verhindern, dass sich Bausünden wie die Muttergottesstiege, die vor 25 Jahren beschlossen wurden, in Sythens Mitte wiederholen. Der Dorfplatz Sythen wird bekanntlich komplett umgestaltet. „Normalerweise schreibt man bei der Umgestaltung eines Dorfkerns einen Architektenwettbewerb aus“, sagen die BI-Mitglieder. Jugendheim und Kindergarten werden abgerissen, der Münsteraner Investor Stroetmann errichtet einen Supermarkt, baut und finanziert einen neuen Kindergarten, den die Kirchengemeinde St. Sixtus dann von ihm anmietet. Der Supermarkt in Industriebauweise mit Flachdach und einer Verkaufsfläche von 1600 qm sei in keiner Weise der Umgebung angepasst. Das Gebäude mit einer Höhe von sieben Metern zur Marktstraße passe nicht in den dörflichen Charakter. Seit ihrem ersten Protest habe sich an der Planung nichts geändert, außer dass in dem Bereich noch weniger Grün vorgesehen sei, so die BI-Mitglieder. „Wir sind nicht hoffnungslos, aber enttäuscht, weil wir nicht den Eindruck haben, dass die Beteiligung von Bürgern in Haltern erwünscht ist.“ Im Stadtentwicklungsausschuss gab es für sie kein Rederecht.

Nun lädt die Stadt für Donnerstag, 5. Juli, 19 Uhr, zu einer Bürgerversammlung ins Rathaus an der Dr. Conrads-Straße 1 ein. Dort will die BI ein ganzes Paket von Bedenken gegen die Planung und Gutachten vorbringen. So hegt sie Zweifel an dem Verkehrsgutachten. Dass 50 Prozent der Kunden zu Fuß oder mit dem Fahrrad zum Einkauf kommen, es maximal 1400 Kfz-Fahrten pro Tag gibt, halten sie für nicht glaubwürdig.

Irene Stock



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