Widerstand gegen Bahnlärm breiter aufstellen
13.11.2011 | 17:59 Uhr 2011-11-13T17:59:00+0100Herten/Vest.Nachts durch Bahn-Lärm aus dem Schlaf gerissen zu werden, ist für niemanden ein schönes Erlebnis – schon gar nicht, wenn dies jede Nacht passiert.
Im Westerholter Kolpinghaus trafen sich nun Anwohner der Hamm-Osterfelder Bahnstrecke. Die „Interessengemeinschaft Bahnlärmschutz“ informierte über mögliche Abhilfe. Auf fast 80 Kilometern führt die Strecke von Oberhausen nach Hamm. Nicht wenige Bürger aus den Anrainerstädten sind betroffen – entsprechend voll war es im Saal des Kolpinghauses.
Einige Betroffene klagen bereits gegen die Belästigung durch die mehrere Dutzend Züge, die Tag und Nacht die Strecke passieren. „Das Ziel ist ein aktiver Schallschutz durch Maßnahmen an der Strecke selbst“, formuliert Anwalt Matthias Möller-Meinecke, dessen Kanzlei die Kläger vor Gericht vertritt, das Anliegen der Anwesenden.
Manfred Kitschke von der Interessengemeinschaft: „ Bis zu 90 Züge in 24 Stunden sollen es heute sein, in Zukunft wahrscheinlich noch mehr.“
Fast zwei Stunden lang informierten Möller-Meinecke und seine Mitarbeiterin Natalie Griedl die Anwesenden darüber, welche Auswirkungen der Schall auf die Gesundheit haben kann und was die Bahn dagegen tun könnte.
Die Lösungen würden für die Bahn allerdings wohl nicht ganz billig. Je nach Ausführung lägen die Kosten für 300 Meter Schallschutz bei etwa einer Million Euro, so Natalie Griedl. Andererseits steht aus Sicht der Betroffenen aber auch ihre Lebensqualität und Gesundheit auf dem Spiel. Nicht nur einmal kochten an diesem Abend die Emotionen hoch. „Warum werden der Bahn keine Fesseln angelegt?“, fragte ein Gast aus dem Publikum. Die „Interessengemeinschaft Bahnlärmschutz“ hofft nun, dass sich weitere Anwohner finden, die bereit sind. gegen die Bahn zu klagen. Auch wurde eine Unterschriftenaktion gestartet.
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