Wenn es zu sehr zwickt
16.11.2010 | 17:31 Uhr 2010-11-16T17:31:00+0100
Vest.Schlossermeister Eduard Nowak ist Jahrgang 48. In der Werkstatt seines Betriebes (12 Mitarbeiter) in Waltrop hat er gehoben, geschleppt, seine Arbeit war von Schweißdämpfen, Funkenflug und Lärm begleitet.
Bald wird er 62. Sorgen machen ihm die Signale seines Körpers. Vor allem der Rücken macht Probleme. „Rein körperlich könnte ich nicht bis 67 durchhalten“, sagt er und fragt sich, „wie Maurer und Fliesenleger das durchhalten“. Wäre er Jahrgang 64, müsste er sich darüber Gedanken machen. Die 64er sind der erste Jahrgang, der bis 67 arbeiten muss.
Heute legt Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) den ersten Bericht zur Rente mit 67 vor. Maurer, Dachdecker, Altenpfleger, die 1964 oder später geboren wurden, fragen sich: Werde ich das überhaupt schaffen? Und vor allem: Wie viel Rente bekomme ich, wenn der Körper nicht mehr mitspielt? Muss ich mit 62 noch umschulen?
Fragen, mit denen sich nicht nur die Männer vom Bau auseinandersetzen, sondern auch die Firmen. Das Know How der Älteren, ihre Berufserfahrung, das Vertrauensverhältnis zum Kunden sind für sie unersetzbar. Dazu kommt der demographische Faktor. „Ich möchte und kann nicht auf die älteren Mitarbeiter verzichten“, sagt Frank Vennemann. „Eine gute Kombination von Jung und Alt ist das Beste, was einem Betrieb passieren kann.“
Vor drei Jahren hat die Tischlerei in Dorsten einen 60-Jährigen eingestellt. Jemand, der sich schon 30 Jahre in einem anderen Betrieb bewährt hat. Nun sorgt sie dafür, dass die älteren Mitarbeiter nicht so schnell körperlich verschleißen. Natürlich könne man älteren Mitarbeitern nicht jede körperliche Arbeit ersparen, „aber wir achten darauf, dass sie nicht wochenlang Fenster einsetzen oder in den vierten Stock tragen müssen.“ Zumal der Wunsch nach immer besserer Isolierung die Fenster immer schwerer werden lassen.
Elisabeth Fimpeler nennt die Mitarbeiter-Angebote in ihrem Glaserbetrieb in Haltern am See zukunftssichernd. Die Gesellen im Betrieb sind 56, 51 und 48. „Im Handwerk ist die Rente ab 67 Illusion, aber einen, der immer draußen gearbeitet hat, kann ich nicht umpolen und an den Schreibtisch setzen. Deshalb versuchen wir mit Hilfe von Maschinen, ihnen die Arbeit zu erleichtern.“ Fimpeler investiert in eine Krananlage im Betrieb, einen Lift an der Baustelle, um Scheiben zu heben, die gut und gerne über 200 Kilo wiegen können.
Harte körperliche Arbeit und entsprechender Verschleiß kann also reduziert werden. Anstrengend ist ihre Arbeit häufig trotzdem. Deshalb versuchen Betriebe Probleme mit einem „Fitnessstudio“ in der Werkstatt zu lindern. Sandra Frölich lud aufgrund der körperlichen Beschwerden des Vaters den „Rückenbus“ der IKK in den Betrieb Nowak ein und zweimal in der Woche kommt der Milchbauer für ein gesundes Frühstück. Ein Diplom-Sportlehrer zeigte im Betrieb Vennemann, wie man schwere Arbeitsmaterialien „richtig trägt“.
Bei Fimpeler startet im kommenden Januar ein Fitness-Parcours, durch den man „alle Mitarbeiter ziehen“ will.
10:53
Rente mit 67 -
Ein Versorgungsunternehmen will IMMER NOCH seine Angestellten mit 58 in Vorruhestand schicken... (o.K. oder nicht)
Meine Kernfrage ist:
Es gibt viele Arbeitslose, auch viele JUNGE Arbeitslose. Bin ich zu verständnislos, wenn ich denke, die Rentner nehmen doch den jungen Arbeitslosen den Arbeisplatz WEG...
Wie soll ein Jugendlicher Rentenbeiträge erarbeiten, wenn ihm ein Rentner seinen Arbeisplatz wegnimmt.
Wenn das nicht so ist, höre ich gern dem Erklärbär zu und lasse mich aufklären.
Vielleicht bin ich auch zu einfältig.