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„Wecker half mir wieder auf die Beine“

12.10.2012 | 18:05 Uhr
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„Wecker half mir wieder auf die Beine“
Im Trigon sollen Stellen gestrichen und die Angebote reduziert werden.Foto: Joachim Kleine-Büning

Haltern am See. Der 22-jährige Florian Scharmann hat in den vergangen Wochen für sein Jugendzentrum, das Trigon, gekämpft – und damit tief in die Kommunalpolitik geblickt. In der Jugendarbeit sollen Geld und Personal eingespart werden. Dies ist ein Beitrag, den die Politik verlangt, um das Defizit im städtischen Haushalt auszugleichen. Das Sparvorhaben beim Personal für die Jugendarbeit in der etablierten Einrichtung - der übrigens gute Jugend- und Kinder Arbeit attestiert wird - konnte aber trotz Proteste nicht abgewendet werden.

Wie kam es zur Gründung der Bürgerinitiative für das Trigon?

Florian Scharmann: Ich habe gehört, dass zwei von zweieinhalb Stellen abgebaut werden sollen und habe mir gedacht, dass da wieder Kinder- und Jugendarbeit kaputt gemacht wird. Es war erst nur eine fixe Idee, mich auf das Heimatfest zu stellen. Doch ich habe schnell 3000 Unterschriften zusammen bekommen. Also habe ich mehr Unterschriftenlisten gedruckt und in Geschäften ausgelegt – es gab Zuspruch von allen Seiten.

Gab es auch Kontakt mit der Stelle, die sich für die Kürzung eingesetzt hat?

Ich finde es aberwitzig, dass ein Sozialdezernent so einen Sparvorschlag macht. Das Gespräch wurde aber unsachlich, und ich habe angeboten, dass ich für ein sachliches Gespräch zu haben bin.

Was war der größte Erfolg und was die größte Niederlage auf dem Weg?

Wir haben mit 100 Leuten vor dem Rathaus gestanden und mit dicken Schildern auf uns aufmerksam gemacht. Bis zur Ratssitzung haben wir 4600 Unterschriften gesammelt und ich durfte vor dem Rat eine fünfminütige Rede halten. Der Bürgermeister hat einen Kompromissvorschlag vorgestellt. Aber als ein Politiker im Rat fragte, ob über die Sparvorschläge einzeln abgestimmt werden könne, kam vom Bürgermeister ein „Nein“.

Wie fühlt man sich da als junger Wahlbürger?

Ein Konzert von Konstantin Wecker hat mir wieder auf die Beine geholfen und ich habe mir die Frage gestellt: Wo sind wir denn eigentlich?

Kommt ein Weg in die Politik für Sie in Frage?

Da bin ich bin mir noch sehr unsicher. So richtig gefällt mir keine Partei, obwohl ich schon Präferenzen habe. Deswegen halte mich erst mal fern von der Politik und bleibe parteilos.

Björn Jadzinski

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