Das aktuelle Wetter Unser Vest 15°C
Vest

Wäldchen "im Blick"

30.07.2008 | 12:40 Uhr

Polizei erhöht Präsenz. Stadt Marl: HoT Hagenbusch hat nichts damit zu tun.

Die Marler Polizei will künftig mehr Präsenz zeigen. Foto: WAZ, Reiner Kruse

Marl. Mit erhöhter Präsenz rund um das HoT Hagenbusch und "an anderen Orten in Marl, an denen rechte und linke Jugendliche sich regelmäßig aufhalten", versucht die Polizei weiteren Konflikten und Prügeleien zwischen diesen Gruppierungen vorzubauen. Ob das Hagenbusch-Gebiet zum "gefährdeten Ort" erklärt wird (die WAZ berichtete), stand gestern noch nicht fest, andere Zonen dieser Art - in denen ein laut Polizeigesetz NRW strengere Regeln der "Identitätsfeststellung" gelten als andernorts - gibt es im Kreis Recklinghausen zurzeit nicht.

Die Marler Stadtverwaltung nimmt die Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen aus der rechten und der linken Szene, die sich in der vergangenen Woche im Wäldchen unweit des HoT Hagenbusch ereignet haben, nach eigenen Aussagen ernst. Sie betont auf Anfrage der WAZ aber, dass es sich dabei um Vorfälle handelt, "die mit dem Jugendzentrum an sich nichts zu tun haben". "Das HoT Hagenbusch ist eine ganz normale Jugendeinrichtung, in der sehr gute pädagogische Arbeit geleistet wird", erklärt Stadtpressesprecher Rainer Kohl.

Zurzeit ist das HoT ferienbedingt geschlossen, auch letzte Woche war es dicht. "Es gebe also „überhaupt keinen Zusammenhang zwischen den Vorfällen und einer Veranstaltung im Jugendzentrum".

Die Auseinandersetzungen "sind in erster Linie Straftaten, die die Polizei verfolgt", so Rainer Kohl. Stadt und Polizei seien aber im Gespräch. Denn: Zum Ärger der Stadtverwaltung hätten sich die rivalisierenden Gruppen leider das Hagenbusch-Wäldchen als Austragungsort für ihre Konflikte ausgesucht. "Es wäre sehr ärgerlich, wenn dadurch das HoT in ein falsches Licht gerückt würde", so Kohl.

Die normalen Besucher des Jugendzentrums brauchen keine Angst vor Übergriffen zu haben, erklärt die Stadt denjenigen Jugendlichen und Eltern, die vielleicht besorgt sind.

Andrea Müller

Facebook
 
Videos die Sie interessieren könnten
Kommentare
30.07.2008
19:49
Blockierter Kommentar.
von Horst | #2

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

30.07.2008
18:20
Wäldchen im Blick
von Fred | #1

Es ist doch immer wieder bemerkenswert: Da überfällt eine Gruppe, bei der es sich ganz offensichtlich um Neonazis handelt, ein paar Jugendliche, die ihnen aus welchen Gründen auch immer nicht in den Kram passen, sticht mit dem Messer auf eins ihrer Opfer ein und der Polizei und der lokalen Politik fällt nichts besseres ein, als von rivalisierenden Jugendbanden zu reden. Wenn es wirklich so einen Gang-Konflikt geben würde, so müsste es doch auch Übergriffe der Linken-Opfer auf die neonazistischen Jugendlichen geben. Zumindest beim Durchsuchen des Zeitungsarchivs waren solche aber trotz intensiver Recherche nicht zu finden. Zu Rivalitäten und Konflikten gehören immer Zwei. Wenn aber nur der eine den anderen zusammenschlägt, dann nennt man das für gewöhnlich einen Angriff oder einen Überfall. Liebe WAZ, Artikel recherchieren heisst auch, mal Polizei und Politik nicht alles zu glauben. Die haben nämlich ein Interesse daran, das es in Marl ruhig ist – oder zumindest alle glauben, daß es ruhig sei.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/1283959/create

Aktuelle Fotos und Videos
2. Firmenlauf in Oer-Erkenschwick
Bildgalerie
Spaß-Teamlauf
Traum eines lächerlichen Menschen
Bildgalerie
Theaterprojekt
Deutscher Mühlentag
Bildgalerie
Volksparkl Marl
Aus dem Ressort
Superintendent Burkowski wechselt nach Berlin
Personalwechsel in der...
Eigentlich sollte er am 23. Juni bei der Kreissynode für seine dritte Amtsperiode kandidieren, seine Wiederwahl galt als sicher. Aber nach 16 Jahren als Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises verlässt Peter Burkowski überraschend Recklinghausen. Der 53-jährige Familienvater dreier
Wie viel Brandschutz muss sein?
Kreishaus- und...
Eine große, mindestens 40 Millionen Euro teure Renovierung des Kreishauses ist vom Tisch. „Auf Drängen der Städte werden wir auf eine energetische Sanierung verzichten“, lässt Landrat Cay Süberkrüb (SPD) in einer Erklärung wissen. „Die kurzfristige Sicherung der kommunalen Liquidität steht derzeit