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Wallring-Führung

Viele unbekannte Details

07.10.2012 | 15:55 Uhr
Viele unbekannte Details
Arno Straßmann, Vorstandsmitglied vom Heimatverein, erklärt den Verlauf der Wälle.Foto:Lutz von Staegmann

Recklinghausen. Den kleinen Drachen über dem Eingang, den hätten sie ohne die Stadtführung wahrscheinlich nie entdeckt. Umso mehr staunten die Teilnehmer eines kleinen Stadtrundgangs, als Gerd Schenk vom Verein für Orts- und Heimatkunde ihnen die Figur zeigte. Schenk und zwei seiner Vereinskollegen führten am Samstag eine Gruppe Interessierter am Herzogswall entlang. Vom Lohtor aus ging es zum Kolpinghaus, dem ältesten Gebäude auf der rechten Straßenseite. Das wird in diesen Tagen nämlich stolze 125 Jahre alt.

Aber es sollte nicht lange das einzige Haus auf dieser Seite bleiben. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden weitere Gebäude gebaut, und fast alle sind noch erhalten. Die Stadtvillen zogen das besondere Interesse der Teilnehmer der Führung auf sich. Zum Beispiel Haus Nummer sechs, an dessen Fassade sich im Jugendstil gebaute Abschnitte finden. Oder Haus Nummer acht direkt nebenan, eigentlich ein Fachwerkhaus. Doch das ist nur noch ganz oben erkennbar, denn der größte Teil der Fassade wurde verkleidet. Damit habe man Reichtum gezeigt, erzählt Geschichtsexperte Schenk den Interessierten. Und natürlich mit dem Erker, auch der sei sehr wichtig für die Zurschaustellung von Geld und Besitz gewesen. Hinten haben sich Pferdeställe befunden, auch das war typisch für die Zeit um die Jahrhundertwende. Nur wann genau das Haus erbaut wurde, bleibt an diesem Samstag ein kleines Rätsel. 1891, las Schenk aus den Daten des Technischen Rathauses ab. 1899 aber wurde in die Fassade gemeißelt. „Vielleicht wurde da die Baugenehmigung erteilt, und später wurde es erst fertiggestellt“, rätselten die Teilnehmer des Wall-Rundgangs.

Stadtführer Schenk machte die Besucher noch auf eine weitere Besonderheit aufmerksam, die sich bei genauerem Hinsehen auch am ehemaligen Kreis-Haus und an vielen weiteren Stadtvillen findet: Drachen. „Die waren Kennzeichen für das schlechte in der Welt. Deshalb sind sie immer draußen an den Häusern, innen ist dann alles gut und schön“, erklärte Arno Straßmann vom Heimatverein.

Auch das Kölner Wappen

Eine andere Besonderheit, dieses Mal bei Hausnummer 18: das Kölner Stadtwappen. „Das tragen die Karnevalisten ja auch immer“, wird Waltraud Pohlmann später erklären, warum ihr das Wappen direkt ins Auge fiel. Erst einmal aber versucht Gerd Schenk zu erläutern, warum das Wappen an einem Haus in der Recklinghäuser Innenstadt abgebildet sind. „Ich habe das frei interpretiert, dass es hier um die Erinnerung an das Erzbistum Köln geht“, sagte er.

Julia Philipp

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