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Vestische Arbeit leitet Verfahren gegen Caritas ein

12.01.2010 | 10:00 Uhr
Vestische Arbeit leitet Verfahren gegen Caritas ein

Recklinghausen/Haltern am See. Schwere Vorwürfe richtet die „Initiative Solidarisches Recklinghausen” gegen die Caritas in Recklinghausen und Haltern am See.

Recklinghausen/Haltern am See. Schwere Vorwürfe richtet die „Initiative Solidarisches Recklinghausen” gegen die Caritas in Recklinghausen und Haltern am See. Sie sollen Ein-Euro-Jobber und andere von der Vestischen Arbeit bezahlte Arbeitskräfte rechtswidrig bei der Sanierung des Caritashauses an der Mühlenstraße 27 in Recklinghausen im letzten Jahr eingesetzt haben. Im Fokus des Vorwurfs ist der Geschäftsführer des Caritasverbandes und der Jugendwerkstatt in Haltern am See, Willi Grave.

Die Beschäftigungsgesellschaft soll unter anderem acht Euro-Jobber sowie zwei Facharbeiter, die zu 75 Prozent von der Vestischen Arbeit bezahlt wurden, für die Baumaßnahme in der Nachbarstadt eingesetzt haben. 89 000 Euro sollen dafür in Rechnung gestellt und auch bezahlt worden sein. Tatsächlich seien die Kosten durch den Einsatz der Ein-Euro-Kräfte weitaus geringer ausgefallen. „Unterm Strich ist ein Gewinn von 70 000 Euro gemacht worden. Wir fragen uns natürlich, wo das Geld geblieben ist”, sagt Detlev Beyer-Peters, Sprecher der Initiative.

Die Frage hat die Initiative auch an die Staatsanwaltschaft in Bochum weitergeben. Beyer-Peters: „Wir haben Strafanzeige wegen Verdachts des Betrugs und Untreue gegen den Geschäftsführer der Caritas Haltern erstattet.” Außerdem habe man im Vorfeld den Kreis wie auch den Caritasverband und die Vestische Arbeit informiert. Willy Grave wollte sich gestern zu den Vorwürfen nicht äußern. Er verwies auf die Vestische Arbeit, die bereits vor Monaten den Fall geprüft habe.

„Es sind Fördergelder zu Unrecht in Anspruch genommen worden”, bestätigte Ulrich Kupke, Sprecher der Vestischen Arbeit. „Es ist ein Verfahren eingeleitet worden. Im Zuge dessen ist ein Teil der Gelder zurückgefordert worden.” Wie viel, das wollte Kupke mit Blick auf das laufende Verfahren nicht sagen. Der Träger habe alle Unterlagen offengelegt. Die Frage nach einem Bußgeld ist noch offen.

Dieter Decker

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