Verachtung und Leidenschaft
20.05.2007 | 05:19 Uhr 2007-05-20T05:19:05+0200Dominique Pinon verkörpert den Mörder im Stück "Procès Ivre". Festspiel-Premiere
Recklinghausen. Dominique Pinon ist ein international gefeierter und gefragter europäischer Schauspieler, der in Kino-Welterfolgen wie "Delicatessen", "Die wunderbare Welt der Amélie" und "Alien IV" glänzte. Heute steht der Mann mit dem außergewöhnlichen Gesicht erstmals bei den Ruhrfestspielen auf der Bühne: Pinon schlüpft unter der Regie von Festspielleiter Frank Hoffmann in die Rolle eines legendären Mörders.
Raskolnikow gilt als die wohl schillernste Gestalt eines Mörders der modernen Literatur. Verbrechen und Bestrafung, Menschenverachtung, Leidenschaft kennzeichnen das Werk des russischen Dichters, das den damals erst 23-jährigen französischen Autor Bernard-Marie Koltès zu dem Stück "Procès Ivre" (Trunkener Prozess) inspirierte. Er setzt sich mit Dostojewskis Roman "Schuld und Sühne" auf eindringliche Weise auseinanander, geht sogar noch weiter als der Dichter: Unter Koltès gerät das Stück zu einem selbstzerstörerischen Albtraum, der alle Beteiligten in den Strudel des moralischen Verfalls zieht.
"Procès Ivre" ist Hoffmanns zweite Inszenierung eines Koltès-Werks. In Paris hatte Hoffmann bereits mit "In der Einsamkeit der Baumwollfelder" große Erfolge gefeiert. "Procès Ivre" stammt aus dem Nachlass des Autors, wurde erst vor wenigen Jahren veröffentlicht und ist im Rahmen der Ruhrfestspiele erstmals außerhalb Frankreichs zu sehen. K.H.
Kleines Theater, heute, 20 Uhr. Weitere Aufführungen: Di, Mi, jeweils 20 Uhr. Französisch mit deutscher Übertitelung. Karten: Tel: 02361-92180, Abendkasse, WAZ-Ticket-Shop. Preise: Kategorie A 23,50, B 18,50, C 13,50, ermäßigt 18,50, 13,50, 11 E.
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