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Unter Rauchern

23.10.2012 | 19:00 Uhr
Unter Rauchern
„Rauchverbot - Tod für die Eckkneipe?“ lautete das Thema einer Diskussion im Alten Wirtshaus Kiffe. Wirt Robert Heinze (li.) und seine Gäste (v. li.) Rudi Blum, Marlis Sieler und Christian Klug haben dazu – wie man sieht– eine klare Meinung.Foto: Gerhard Schypulla

Marl. Verständnis für die Sorgen der Bürger zeigen, Engagement in der Sache ankündigen und vor Problemen warnen: Das alles gehört zum Grundgerüst eines jeden Politikers. Und der SPD-Landtagsabgeordnete Carsten Löcker setzte dieses Instrumentarium ein, aber er kam bei seinen Gesprächspartnern nicht an. Es ging am Montagabend um das Thema Rauchen, Löcker stand hinter der Theke des Alten Wirtshauses Kiffe an der Schacht-straße, und nach 100 Minuten war klar: Man redete aneinander vorbei. Die resolute Rauchertruppe forderte Selbstbestimmung, der Politiker redete von Gesetzen und vom Verfassungsgericht.

„Gelegentlich Zigarrenraucher“

Es ist eine urige Eckkneipe, vor 60 Jahren eröffnet, und irgendwie scheint die Zeit seither stehen geblieben. 40 Gäste qualmten, mittendrin der Hertener Carsten Löcker, ein Nichtraucher, „gelegentlich Zigarrenraucher“. Robert Heinze, FDP-Ratsherr und Hausherr (Raucher) hatte zum Disput geladen – und ein paar Minuten lang schienen alle auf einer Linie zu liegen.

Es gebe „eine Menge von Menschen, die mit Rauchen nichts zu tun haben wollen“, legt Löcker die Basis, der Gesetzgeber sei deshalb jetzt zum Nachregeln aufgefordert. Es sei noch nicht „abgemachte Sache“, wie das laufen solle mit Eckkneipen und privaten Veranstaltungen. Eine Mehrheit wolle schärfere Gesetze. „Versprechen kann ich aber nichts“, sagte der Politiker.

Doch so etwas wollten die Gäste gar nicht hören. Und legten los: Wohin geht eigentlich die Tabaksteuer? Wer schützt die Kinder, die mit rauchenden Eltern im Auto sitzen? Wie viele Arbeitsplätze gehen verloren? Was ist mit den Kneipen, die für die Trennung von Rauchern und Nichtrauchern schon Umbauten vorgenommen haben? Ist die Investition jetzt futsch?

Carsten Löcker hatte es schwer. Für den Kneipen-Umbau soll es Übergangslösungen von zehn bis 15 Jahren geben, damit sich die Investition amortisiert. Einem Argument hatte er nichts entgegen zu setzen: Wer nicht rauchen will, der soll doch einfach draußen bleiben. Oder, wie ein Gast formulierte: „Der kann doch 50 Meter weiter gehen und Pfefferminzklümpchen lutschen.“

„Mit gesundem Menschenverstand“

„Ich sehe noch nicht, dass es am Ende des Tages ein komplettes Rauchverbot gibt“, hielt Löcker den Kritikern ein Türchen offen.

Was ist mit rauchenden Eltern? Kann man ein Gesetz machen, an das sich keiner hält? Warum müssen die Raucher bevormundet werden? Bricht die Koalition im Landtag auseinander, wenn die Grünen auf ihrer Forderung bestehen? Gibt es nicht wichtigere Dinge im Land zu regeln? „Ich bin ein Volksvertreter und gehe mit einem gesunden Menschenverstand da ran“, versprach Löcker.

Die Raucher haben ihre Argumente verschossen, die Antworten überzeugten sie nicht. Sie griffen wieder zu ihren Zigaretten. Resignation machte sich breit.

Von Gert Eiben

Kommentare
24.10.2012
12:37
Unter Rauchern
von sunce20030 | #3

Unter Rauchern
von sunce20030 | #2-1
1. Was hat die Tabaksteuer mit den Krankenkassenbeiträgen zu tun? Glauben Sie ernsthaft, dass der Staat diese Steuern an die Kassen weiterleitet um "gesundheitliche Folgekosten" zu decken?
2. Wann fordern Sie für mehr Krankenkassenbeiträge für Drogensüchtige, Alkoholabhängige oder Übergewichtige?
3. Nicht zu verstehen ist Ihre Anmerkung bzgl. des Namens des Wirtshauses; Sie wollen unterschwellig zu verstehen geben, dass Kiffen nicht so viel Schaden anrichtet? DROGE BLEIBT DROGE!
4. Nicht alle Raucher sind so rücksichtslos und rauchen im Auto, schon gar nicht wenn Kinder als Insassen dabei sind!
5. Rauchverbot = irgendwann tatsächlich weniger Raucher = Mindereinnahmen bei der Tabaksteuer = HURRA; alle Bürger zahlen demnächst - welche Steuer auch immer - mehr und alle sind glücklich!?
Auf den Aufschrei bin ich dann mal gespannt!

1 Antwort
Unter Rauchern
von KuKu | #3-1

Ich glaube nicht, dass Sie den Artikel oder meinen Kommentar ernsthaft gelesen haben. Oder ist Ihr Kommentar auch nur eine Satire? Könnte man meinen... und wie war das: Droge bleibt Droge? Gilt das auch für Tabak und Nikotin?

24.10.2012
09:59
Unter Rauchern
von KuKu | #2

Ist das eine Satire? Ist der Bericht ernst gemeint? Eine Diskussion mit Rauchern über das Rauchverbot im Wirtshaus Kiffe? Hat der Fotograf etwas gegen Raucher oder ist auch das nur eine fotografische Karikatur? Warum dikutieren die Raucher nicht mit den Rauchern über die Sinnhaftigkeit des Rauchens im Auto wenn Kinder mitfahren, mit Nichtrauchern müssen sie das ja schließlich nicht diskutieren oder besteht die Gefahr, das Nichtraucher plötzlich im Auto rauchen um ihre Kinder zu schädigen oder zu ärgern? Zur Frage, wohin geht eigentlich die Tabaksteuer, hoffe ich, dass diese Steuer ausreicht, um die gesundheitlichen Folgekosten des Rauchens zu finanzieren, damit nicht Nichtraucher mit ihren Krankenkassenbeiträgen aushelfen müssen. Eine weitere Frage, da bringt mich natürlich der Name des Wirtshauses drauf, warum zeigen die Raucher nicht Solidarität mit den Nutzern einer anderen, verbotenen, Droge, die bei weitem nicht so viel Schaden anrichtet, wie die erlaubte Drogen Alkohol und Tabak?

2 Antworten
Unter Rauchern
von sunce20030 | #2-1

1. Was hat die Tabaksteuer mit den Krankenkassenbeiträgen zu tun? Glauben Sie ernsthaft, dass der Staat diese Steuern an die Kassen weiterleitet um "gesundheitliche Folgekosten" zu decken?
2. Wann fordern Sie für mehr Krankenkassenbeiträge für Drogensüchtige, Alkoholabhängige oder Übergewichtige?
3. Nicht zu verstehen ist Ihre Anmerkung bzgl. des Namens des Wirtshauses; Sie wollen unterschwellig zu verstehen geben, dass Kiffen nicht so viel Schaden anrichtet? DROGE BLEIBT DROGE!
4. Nicht alle Raucher sind so rücksichtslos und rauchen im Auto, schon gar nicht wenn Kinder als Insassen dabei sind!
5. Rauchverbot = irgendwann tatsächlich weniger Raucher = Mindereinnahmen bei der Tabaksteuer = HURRA; alle Bürger zahlen demnächst - welche Steuer auch immer - mehr und alle sind glücklich!?
Auf den Aufschrei bin ich dann mal gespannt!

Unter Rauchern
von Hui-Buh | #2-2

Ich finde die Diskussion ist ein Witz. Oder fragt irgendwer die Frösche wenn man deren Teich trocken legen will?

23.10.2012
22:13
Unter Rauchern
von Hui-Buh | #1

***Wer nicht rauchen will, der soll doch einfach draußen bleiben***

Der Satz hat was. Früher, also bevor es Rauchverbote gab, lautete er so:

***Wer nicht passivrauchen will, der soll doch einfach draußen bleiben***

Und nun geht es nach dem Verursacherprinzip. Der Stinker muss raus und so ist es richtig!

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2012-10-23 19:00
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