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Paketpost im Stress

Überraschungspaket auf Reisen

08.12.2011 | 18:11 Uhr
Überraschungspaket auf Reisen
Hannelore Göttlich nimmt ihr blaues Paket in Empfang.

Vest.   Von Dorsten ins Recklinghäuser Nordviertel: der Postweg eines Geschenkes in betriebsamer Vorweihnachtszeit.

Alle Jahre wieder nimmt die Zahl der Paketsendungen zur Weihnachtszeit deutlich zu. Und doch ist in diesem Jahr eben nicht alles wie in jedem Jahr, wie der Weg eines Weihnachtspakets im Vest zeigt.

Eigentlich war es nur ein Paket, doch es fühlte sich als etwas ganz Besonderes. Eben ein Überraschungspaket, mit dem die Dorstenerin Annika Cornelisen ihrer Bekannten, der Recklinghäuserin Hannelore Göttlich, eine Nikolausfreude bereiten wollte.

Annika hat nur wenig Zeit in der Mittagspause und befürchtet eine längere Warteschlange am Postschalter, weshalb sie sich für eine der 15 Packstationen im Vest entscheidet: „Dort brauche ich nicht zu warten, spare noch etwas Porto und kann es bequem von meiner EC-Karte abbuchen lassen.“ Erst wunderte sich das Paket, warum es nun mehrfach gewendet wurde, freute sich jedoch über das neue Adress-Etikett und regis­trierte die roten Laserstrahlen des Scanners, die es erfassten. Jetzt öffnete sich ein komfortables Einzelfach – und es wird dunkel. Von Annika ist nichts mehr zu sehen.

Etwa 30 Minuten später wird es wieder hell, denn Paketzusteller Marcel Zimmermann öffnet die Packstation, entnimmt alle darin liegenden Pakete, erfasst deren Etiketten erneut mit einem Handscanner und legt umgekehrt andere Pakete zur Abholung in die Einzelfächer der Packstation.

Marcel Zimmermann: „Pro Tag entnehme ich 20 bis 30 Pakete aus der Packstation und lege etwa dieselbe Anzahl wieder hinein. Jetzt, zur Weihnachtszeit, bleibt selten ein Fach frei.“

Unser Überraschungspaket landet im Laderaum des Zustellfahrzeugs und bemerkt erst jetzt die Gesellschaft der vielen anderen Pakete. Nach etwa 30 Minuten Fahrzeit öffnet sich die Hecktür des Zustellfahrzeugs an der Laderampe des Paketzentrums Dorsten, einem von zehn der 33 DHL-Paketzentren in Deutschland, die erst in diesem Jahr modernisiert und erweitert worden sind.

Standortleiter Dieter Walde präzisiert: „Nicht nur durch das Weihnachtsgeschäft, sondern auch wegen des rasant wachsenden Paketaufkommens aus Online-Bestellungen haben wir unsere Bearbeitungskapazität von bisher
20 000 um 40 Prozent auf nun 28 000 Pakete pro Stunde erweitert. Diese Kapazität benötigen wir, da wir in diesem Jahr schon Anfang Dezember die Weihnachtsfrequenz des Vorjahres erreicht haben, 2011 wird also erneut ein Rekordjahr.“ Von Dorsten aus erfolgt die regionale Paketverteilung für das Ruhrgebiet, den Niederrhein, das südliche Münsterland sowie die Weiterverteilung zu den anderen 32 deutschen DHL-Paketzentren.

Unser Paket weiß davon nichts und wundert sich, dass es nach dem Ausladen auf dem Transportband landet. Wieder blitzt ein Scanner und im Internet könnte Absenderin Annika Cornelisen genau erkennen, wo sich das Paket nur eine Stunde nach Einlieferung befindet. Die Strecke, die unser Paket auf der vollautomatischen Anlage zurücklegt, beträgt bis zu zwei Kilometer. Es wird mehrfach gekippt und in abzweigende Strecken geleitet, bevor es die Rutsche der Endstelle B 153 erreicht. Hier darf es bis zum nächsten Morgen warten, bis Zusteller André Ehmke es erneut unter einen Handscanner hält und an eine ganz bestimmte Stelle ins Regal seines Zustellfahrzeugs legt. Andre Ehmke ist Paketzusteller für den Bezirk 033 in Recklinghausen und wird auch Paketempfängerin Hannelore Göttlich beliefern.

Über das Beladen sagt er: „Es ist jeden Morgen eine neue Herausforderung, die Fahrtroute anhand der etwa 300 Pakete durchzugehen, damit am Ende des Tages auch kein Paket im Wagen bleibt.“ Eine gute Stunde dauert das Beladen, bevor das Fahrzeug um kurz nach 8 Uhr das Gelände des Paketzentrums verlässt. Etwa zwei Stunden später befindet es sich schon im Recklinghäuser Nordviertel. Dann hat es sein Ziel erreicht, wird ein letztes Mal unter den Handscanner gehalten und Empfängerin Hannelore Göttlich quittiert die Zustellung.

Martin Linkemann

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