Strand am Altar
24.11.2010 | 17:13 Uhr 2010-11-24T17:13:00+0100
Recklinghausen.Ein Stückchen Sandstrand inmitten hunderter Kerzenlichter, Rotwein, Donuts – eine Oase der Ruhe haben Schüler von Petrinum und Marie-Curie-Gymnasium in der Gymnasialkirche geschaffen.
Mit einer Schubkarre haben sie den Sand aus der Weitsprunganlage in den Altarraum gebracht. Mit Genehmigung! Denn Kinder und Jugendliche von sechs Schulen sollten Kirchen einmal so gestalten, wie sie es sich wünschen.
„Wir bauen verschiedene Stationen für die Seele auf, die dazu beitragen sollen, dass man sich wohlfühlt – dazu Strand und Luftmatratze“, erläuterte die 16-jährige Alina Strecker vom Marie-Curie-Gymnasium. „Wir haben aufgeschrieben, was man unter einem Trimm-Dich-Pfad für die Seele verstehen könnte“, ergänzte Thorsten Mild vom Petrinum. Im Unterricht wurde vier Wochen lang besprochen, was die beiden Religionskurse gestalten könnten.
Neben Sonne, Strand und Meer fand sich der Punkt „Mit allen Sinnen genießen“: Literatur für die Seele und der Bereich „Vom Ich zum Du“ für Themen zur Beziehung – hier sorgte vor allem das „Speed-Dating“ für amüsierte Nachfragen, war aber als durchaus ernsthaftes Angebot zum Kennenlernen gedacht. Eine Ruhezone mit vielen Kerzen boten ihre Mitschüler auch in der kleinen Gastkirche.
Die Wolfgang-Borchert-Gesamtschule hatte die Christuskirche gestaltet, wo „Vorleseautomaten“ warteten, um Besuchern auf Wunsch eine Geschichte vorzulesen. Mit der Künstlerin Maria Höning und ihren Werken zu Themen wie Integration und Zukunftsperspektiven wurden Porträts und Lebensgeschichten von Schülern vorgestellt. „Gerade haben Mädchen aus Sri Lanka, Palästina und Kurdistan von ihren Religionen und Ländern erzählt“, freute Höning sich über solche Facetten.
In der Gustav-Adolf-Kirche bot das Hittorf-Gymnasium Musik, Gedanken und Texte mit offenem Singen und „Himmel und Hölle“, dazu ein Quiz „Wer kommt in den Himmel?“ und ein „Vater unser“ in zehn Sprachen. Den Film „Gott und Kirche im Alltag“, eine eigene Andacht, Liedermappe und Textbuch stellte an interaktiven Stationen das Kuniberg-Kolleg in St. Peter vor.
Schüler vom Marie-Curie-Gymnasium zeigten in St. Paulus aktuelle Protestplakate im Sinne des Propheten Amos, Exponate zum Thema „Lieblingsplätze“ und Kalender eines Afrika-Projekts, während die Gesamtschule Suderwich ihr Blasorchester auftreten ließ. Dazu gab es Gedichte und Porträts von Schülern, Mediation, Schülerarbeiten zum Thema „Die 10 Gebote nach Keith Haring“ sowie eine textile Mitmachaktion zur Indianerweisheit „Der Mensch ist nur eine Faser im Gewebe des Lebens.“
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