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Gericht

Stalker bestellte den Leichenwagen

10.09.2009 | 20:35 Uhr

Herten. Liebesgrüße vom Bestatter: Ein verschmähter Liebhaber (52) terrorisierte wochenlang seine Ex-Freundin (54) aus Herten und schickte ihr sogar den Leichenwagen nach Hause.

„Ich wollte ihr einen reinwürgen“, gestand der Angeklagte gestern Mittag vor dem Amtsgericht. Das Urteil: 4000 Euro Geldstrafe.

Wochenlang bedrohte der 52-Jährige im Sommer 2008 die Frau. Er schickte ihr unter falschen Namen Mails, lungerte vor ihrem Haus herum und bestellte zweimal den Leichenwagen zu ihrer Adresse. „Es war ein blödes Gefühl, als uns die vermeintliche Tote die Tür öffnete“, so der Bestatter als Zeuge.

Der Angeklagte hatte aber noch mehr Gemeinheiten parat. Er inserierte im Internet eine Anzeige unter dem Namen und der Adresse seiner Verflossenen, in der sie „willige Männer” für Sexspiele suchte. Auf diese Annonce hin meldeten sich tatsächlich einige „Verehrer” bei der ahnungslosen Frau. „Einer stand vor meiner Tür und war fassungslos, dass ich ihn nicht reinlassen wollte”, berichtete die 54-Jährige. Schnell war ihr klar: Hinter all dem konnte nur der Angeklagte stecken.

Der 52-Jährige stritt die Taten lange ab („Ich hatte doch gar keinen Grund”), aber die Indizien sprachen eindeutig gegen ihn. Erst als ihm der Richter bei einem Geständnis eine Geldstrafe in Aussicht stellte, gab der 52-Jährige schließlich kleinlaut zu: „Ja, ich war es.“

Kaspar Kamp

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