Stadt will Winterdienst optimieren
19.02.2010 | 17:48 Uhr 2010-02-19T17:48:00+0100
Recklinghausen. Jetzt richtet sich das Augenmerk aber auch auf die Schlaglöcher
Schnee und Eis sind weggetaut, die Sonne fördert das ganze Ausmaß der Schäden zu Tage, die der Frost auf den Straßen angerichtet hat. „Wir müssen nun schnell an die Bestandsaufnahme gehen, um dann die schlimmsten Schlaglöcher auf vernünftige, dauerhafte Weise zu beseitigen”, sagte der Technische Beigeordnete der Stadt, Dietmar Schwetlick, im Betriebsausschuss der Kommunalen Servicebetriebe (KSR). Doch der nächste Winter kommt bestimmt – vielleicht kommt dieser ja auch noch einmal zurück – und auch beim Umgang mit Schnee und Eis sieht die Stadt noch Handlungsbedarf.
Streusalz-Nachschub
zu Phantasiepreisen
Genau gesagt: Optimierungsbedarf. Denn Schwetlick erklärte auch: „Unser Winterdienst 2009/10 ist schon um einiges besser gelaufen als im Vorjahr, aber wir müssen daran arbeiten, noch bessere Ergebnisse zu erreichen. Das ist nicht mit Personal, Geld oder Fahrzeugen und Geräten allein getan – alle Zahnräder müssen optimal ineinander greifen, damit Straßen, Rad- und Gehwege gut und sicher passierbar bleiben, wenn „Väterchen Frost” zuschlägt.
Streusalz war in den letzten Wochen ein ganz besonderes Thema. „Vor einem Jahr haben wir 550 Tonnen verbraucht, in diesem Jahr sind es schon jetzt 1100 Tonnen”, erläuterte Thilo Sengupta, beim KSR für die Straßenunterhaltung zuständig. Die 450 Tonnen, die ins Vorratslager passen, reichten normalerweise für gute zwei Wochen, seien diesmal aber schon nach acht Tagen weg gewesen. „Und dann war es nicht einfach, Nachschub zu bekommen, zumal manche Lieferanten die Situation ausnutzten und Phantasiepreise verlangten”, so KSR-Chef Uwe Schilling.
80 bis 100 Mitarbeiter setzt der KSR auf Schnee und Eis an. Wo sie jeweils tätig werden, regelt ein Tourenplan, in dem die Straßen nach Wichtigkeit abgestuft sind. „Die Fußgängerzone gehörte bisher nicht dazu, aber das wird sich ändern”, kündigte Dietmar Schwetlick an. Damit reagiert die Stadt auf zahlreiche Beschwerden über spiegelglatte Pflasterflächen in der Altstadt, auf denen sich vor allem ältere Menschen über Wochen kaum bewegen konnten.
Aufrüsten will die Stadt auch bei Fahrzeugen und Gerät, um die 430 Straßenkilometer, 100 Kreuzungen und Übergänge sowie 40 km Rad- und Wegeverbindungen räumen zu können. Sieben Fahrzeuge mit Streuautomaten, zwei Räumschilde und fünf Schlepper stehen bisher zur Verfügung – zu wenig für harte Winterbedingungen, wie Uwe Schilling einräumte. Abhilfe könne aus Kostengründen aber nur Ersatzbeschaffung bringen: Und die 15 000 Euro teuren Räumschilde passen nicht an jeden Wagen.
Helfen soll auch High-Tech: „Wir prüfen den Einsatz von GPS”, kündigte Thilo Sengupta an. Bisher müssten die Mitarbeiter ihre Räumtouren schriftlich protokollieren. „Wir müssen genau festhalten, wann, wo, wieviel unser Winterdienst geräumt und gestreut hat”, sagte Sengupta.
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