Stadt will Alkohol in der City verbieten
03.03.2010 | 12:27 Uhr 2010-03-03T12:27:00+0100
Herten. Im Frühling, spätestens in den Sommermonaten steht oder sitzt das Problem wieder auf der Straße: überwiegend männliche Personen, die in der Öffentlichkeit Alkohol trinken und zunehmend zur Störung werden. Dagegen will die Stadt jetzt vorgehen.
Wie groß das Ärgernis werden kann, vermögen diese Zahlen nur annähernd zu beschreiben: Von Juni bis August vergangenen Jahres mussten Rettungsdienst und Notarzt 23 Mal in Sachen Promille eingreifen, der Kommunale Ordnungsdienst registrierte 44 Alkohol-bedingte Vorfälle.
Frauen fühlen sich belästigt
„Vor allem Frauen und Mädchen fühlen sich oft belästigt und verunsichert, wenn sie auf solche Alkoholkonsumenten treffen. Wir müssen und wollen Konsequenzen ziehen”, sagt Bürgermeister Dr. Uli Paetzel (SPD). Ein Versuch ist die Vorlage, die am Mittwoch im Ratsausschuss für Ordnungswesen (18 Uhr, Rathaus) diskutiert werden soll. Darin schlägt die Stadtverwaltung vor, die Innenstadt innerhalb des Straßenringes sowie den Rathaus-Vorplatz zum Sperrgebiet für störenden Alkoholkonsum zu erklären – konzessionierte Gaststätten und ihre Außenflächen sind natürlich von der Regelung ausgenommen.
„Aber wir wollen keinen reinen Verdrängungseffekt erzielen, denn dann haben wir das gleiche Problem nur ein paar Meter weiter”, erläutert Paetzel. Die Stadt habe deshalb das Gespräch mit den betreffenden Gruppen gesucht und strebe einvernehmliche Lösungen an. Ob das Kieler Modell eines Trinkerraums als Vorbild dienen kann, werde geprüft, so der Bürgermeister. Er räumt ein, dass die Diskussion nicht ganz einfach werde. Aber eins sei klar: „Offenes Urinieren, oft Ergebnis von viel zuviel Alkohol, ist keinesfalls akzeptabel.”
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