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Marler Theater

Staatskrise

16.02.2010 | 15:11 Uhr
Staatskrise

Marl. „Antigone” mit viel Lebensgefühl: Götterrecht contra Staatsgesetze.

Mit „Antigone” bringt das Theater Essen eine Inszenierung nach Marl, in der am Anfang ein Familienkonflikt steht, der in einer Staatskrise endet. Die Rebellion des Einzelnen führt zu einem Aufstand der Jugend gegen den König und wird von David Bösch aufgeladen mit enorm viel Lebensgefühl und Emotion. Zu sehen ist dieser Klassiker am Mittwoch, 3. März, um 20 Uhr, im Marler Theater.

Zum Inhalt: Nach dem Krieg um Theben soll wieder Ruhe in der Stadt einkehren. Die zerstrittenen Brüder Eteokles und Polyneikes, Söhne des Ödipus, sind tot. Im Streit um die Herrschaft hatten sie sich gegenseitig erschlagen. Der neue Herrscher Kreon weiß, dass es an der Zeit ist, Gesetze und Ordnungen wieder herzustellen und einen Schlussstrich unter die bisherigen Geschehnisse zu ziehen.

Er sagt der Anarchie und der Regellosigkeit den Kampf an und lässt, zur Abschreckung des Volkes, einen der beiden toten Brüder, den angeblichen Vaterlandsverräter Polyneikes, unbestattet vor den Toren der Stadt liegen. Der treue Eteokles hingegen bekommt ein prunkvolles Begräbnis. Wer sich nicht an diese Anweisung halte, dem drohe ebenfalls der Tod. Doch die Politik Kreons stößt auf Widerstand: Die Schwester der Toten, Antigone, setzt sich über den Befehl ihres Onkels hinweg und bestattet ihren Bruder Polyneikes eigenhändig.

Regisseur David Bösch ist für seine modern-aufgepeppten Inszenierungen bekannt. In Sophokles antiken Drama „Antigone” geht es um Verantwortung für ein Gemeinwohl, für die Familie, um Loyalität und Widerstand sowie um das Vergeben. Es geht um Götterrecht contra Staatsgesetze. „Ironisch hat Bösch nun den Widerstand gegen den Staat auf eine selbstgefällige Rockmusiker-Pose reduziert und die Inszenierung mit sattem, zuweilen ohrenbetäubenden, Gitarrensound unterlegt”, lauteten weitgehendst die Kritikem zu dem Stück.

Karten für die Vorstellung sind im i-Punkt Marler Stern, montags bis freitags, 9.30 Uhr bis 18 Uhr und samstags, 9.30 Uhr bis 13 Uhr, unter Telefon 02365 994 310 erhältlich.

Peter Kallwitz

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