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Halden-Show

So klingt der Sommer . . .

22.07.2012 | 16:15 Uhr
So klingt der Sommer . . .
Sonnenuntergang im Gegenlicht: ein Stimmungsbild vom Sunset-Picknick auf der Halde Hoheward.

Herten.   Der Berg ruft: Sunset-Picknick auf Hoheward. 5000 oder mehr „Feierbeaster“ chillen, haben Spaß und lassen sich von den fetten Beats anstecken.

Es ist eine beeindruckende Veranstaltung, dieses Sunset-Picknick auf der Halde Hoheward. Nicht nur wegen der jede Menge Laune machenden, elektronischen Musik, die zwischen 12 Uhr mittags und 22 Uhr am Samstag vom Gipfel-Plateau klingt. Hunderte recken vor der Bühne die Hände in die Höhe, chillen und haben Spaß.

Nicht nur, weil ständig Menschen die Halde auf- und absteigen. Fast herrscht Pilgeratmosphäre bei dieser Show des Regionalverbandes Ruhr. Gegen 20.30 Uhr zählen sie am Haupteingang 3200 Menschen. Es ist vor allem deshalb ein Erlebnis, weil das Gesamtpaket aus Natur und Party stimmt.

Wer oben zu den Sounds den Sommer genießt, der hat ein prächtiges Panorama vor sich, der atmet das Ruhrgebiet. Ein leichter Wind weht um die Halde, es ist bestenfalls frühlingshaft, gefühlte 18 Grad. Das tut der Stimmung aber keinen Abbruch, auch wenn mancher in Regenjacke gekommen ist. Die Picknicker haben eingewickelte Decken auf dem Rücken wie Schlafsäcke; Baguettes ragen aus Tüten; manche ziehen Bollerwagen hinter sich her. Viele habe auch Bierdosen in der Hand. Dann wird’s schon mal anstrengend und laut, dann wird wild gepinkelt. Aber insgesamt folgen sie – viele um die 20, mit breiten Sonnenbrillen, obwohl die Sonne sich selten zeigt – gelöst den Beats hinauf zur Landmarke.

Zum „sitzen, quatschen und Leute gucken“ sind die 24-jährige Lynn Bieniek und Freundin Ronda da. Lynn ist aus Dinslaken, Ronda aus Herne. „Wir waren zwei Stunden oben“, sagt Ronda. „Uns hat es eigentlich gut gefallen“, es sei nur leider etwas zu kalt gewesen. Vielleicht habe sie zu wenig getanzt, da hätten sie sich aufwärmen können.

Immerhin bedienten so bekannte DJs wie Mike Litt die Plattenteller. An den vier Plattenlegern hat es jedenfalls nicht gelegen, dass es nicht so richtig warm wurde: Willem, Mario Da Ragnio oder gegen Abend Lokalmatador Phil Fuldner trafen den richtigen Ton. Es gibt viel Kommunikation vor der Bühne, mächtig Spaß.

„Wir möchten den Emscher-Landschaftspark mit solchen Events bekannter machen“, erklärt Sabine Auer vom Regionalverband Ruhr. Das dürfte gelungen sein. Wer einmal die 140 Meter hoch gestiegen ist und die Grüngürtel im mittleren Ruhrgebiet bestaunt hat, der vergisst den Blick nicht so schnell. Gefühlt könnte das Panorama auch aus 500 Metern Höhe zu sehen sein: Man erkennt Wahrzeichen wie den Tetraeder in Bottrop, den Förderturm der Zeche Zollverein oder die Schalker Arena. Sabine Auer schätzt, dass im Laufe des Picknicks etwa 5000 Menschen den Weg auf die Halde gefunden haben. Es könnten auch noch ein-, zweitausend mehr sein.

Zufrieden waren auch die Rettungskräfte des Deutschen Roten Kreuzes. „Wir hatten zwar jede Menge zu tun,“ so der Hertener DRK-Chef Ralph Hoffert und Notarzt Carsten Balzk, „aber es blieb bei den üblichen Versorgungen von Schürfwunden oder Schnittverletzungen.“ Vier Patienten mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

Als Werbung für das Ruhrgebiet erlebt Marion Weber (35) das „Bergabenteuer“ Hoheward. Sie kommt aus Essen, stammt aber aus Bayern: „Ich finde es toll, wie viel Natur sich hier entwickelt hat.“ Vor fünf Jahren ins Ruhrgebiet gezogen, muss sie bei Auswärtigen immer noch gegen Vorurteile ankämpfen. „Ich zeige das dem Besuch aus Bayern. Der ist immer noch überrascht und begeistert.“

Jörg Kolesza

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