Small Talk mit der Polizei
16.10.2012 | 19:06 Uhr 2012-10-16T19:06:00+0200
Marl. „Ziel ist es, es den bösen Menschen so schwer wie möglich zu machen.“ Was Manfred Beinlich so locker formuliert, ist fast eine Lebensaufgabe. Manfred Beinlich ist Polizeihauptkommissar und Leiter des Bezirks- und Schwerpunktdienstes in Marl. Und deshalb stand er gestern mit einem kleinen Info-Stand im Marler Stern, immer im Kontakt mit mehreren Kollegen und mit Mitarbeitern des Marler Ordnungsdienstes.
Das einzig „Bemerkenswerte“ dieses Tages spielte sich aber ein paar Meter abseits ab. Seine Kollegen nahmen eine junge Frau mit, ihr wird Kaufhausdiebstahl vorgeworfen. Nichts Ungewöhnliches in großen, unübersichtlichen Häusern mit wenig Personal, sagt Manfred Beinlich. Und genau solche kleinen Diebe suchen sich ihre Gelegenheiten auch bei ihren Mitmenschen. „Manche bedenken nicht, wie leicht sie es Ganoven machen“, sagt Beinlich und hat prompt ein Pärchen im Blick.
Daniel Höhnemann hat sein Portemonnaie lässig in der Gesäßtasche, seine Freundin Ann Kathrin Simzik trägt offen eine große Tasche – wie eine Einladung. Die beiden sind dankbar für die Ermahnung: Auf der Kirmes, im Bus oder in Einkaufszentren, überall, wo es eng zugeht, ist höchste Vorsicht geboten. Nicht etwa, dass der Marler Stern ein gefährlicher Schwerpunkt sei, sagt die Polizei. Da hat es früher andere Zeiten gegeben. Der private Wachdienst hat sich Respekt verschafft. Die Polizei ist nur da, weil sie hier viele Menschen ansprechen kann.
„Sicherheit der Senioren“
Der gestrige Aktionstag stand unter dem Motto „Sicherheit der Senioren“. Deshalb wurde noch mal erklärt wie der Enkeltrick, der Wasserwerkertrick und der Geldwechseltrick funktioniert. Wie man sich richtig an der Haustür bei Haustürgeschäften verhält und wie man beim Einkaufen und Geldabheben Fehler vermeidet.
Der Ärger früherer Jahre ist heute kein Thema mehr. Jahrelang gab es Klagen über Trinkgelage am Citysee, insbesondere ältere Menschen trauten sich nicht an ihnen vorbei. Auch am Busbahnhof ist es still geworden. Nach dem Neubau war ständig der gläserne Windschutz zerschlagen worden. Seit er nicht mehr erneuert wird, ist Schluss mit dem Rowdytum.
Wo die Täter geblieben sind? „Vielleicht hat es einfach keinen Spaß mehr gemacht“, vermutet Manfred Beinlich. Ein Verdrängen in andere Stadtteile kann die Polizei nicht registrieren. In den nächsten Tagen sind die Beamten wieder verstärkt in der Stadt unterwegs, gemeinsam mit dem Jugendamt und dem Ordnungsdienst. Die Halloween-Partys stehen an. „Wir müssen kontrollieren, ob der Jugendschutz auch beachtet wird.“

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