Singende Borussen auf Schalke
27.10.2009 | 19:03 Uhr 2009-10-27T19:03:00+0100Waltrop. Am „Day of Song” 2010 schippern acht Schiffe mit Lieder schmetternde Besatzungen nach Gelsenkirchen
Bei mindestens zwei Dingen im Leben bekommt Herbert Niewerth glänzende Augen: Wenn es um sein Schiffshebewerk geht – und um seinen Fußballverein. Das Industriemuseum ist bekannt, der Verein kommt aus der Stadt, die Gelsenkirchener verbal-geographisch gern nach Lüdenscheid baldowern. Womit mal klar ist: Niewerth ist Borussia Dortmund-Fan. Jetzt sucht der Museumleiter noch 75 Gleichgesinnte, die am „Day of Song” am 5. Juni 2010 mit an Bord gehen, um singend nach Gelsenkirchen zu einem gigantischen Revier-Chorkonzert mit geschätzten 65 000 Kehlen zu schippern.
„Heldengesänge” sollen sie schmettern, „erbaulich, witzig, frech”. Unter diesem Motto steht nämlich die ungewöhnliche Schiffstour, die die unterschiedlichsten Chöre ab Dattelner Hafen und Waltroper Hebewerk nach Gelsenkirchen bringt. Singend, wohlgemerkt. Die Chorknaben und -mädels aus der Anhängerschaft des BVB sind dann an Bord des Duisburger Fahrgastschiffes „Rheinfels”. „Mehr Ruhrgebiet geht nicht.” Herbert Niewerth lacht verschmitzt. „Ein Duisburger Schiff fährt nach Waltrop, um Dortmunder nach Gelsenkirchen zu bringen.”
Friedliche Fans werden für den singenden Angriff auf die Festung der Königsblauen auf Schalke gesucht. Na ja, eine bisklangvolle Stimme haben sollten sie auch, die stimmgewaltigen „Helden” in schwarz-gelb, für die 100 Plätze in der Veltins-Arena reserviert sind. „Damit die Veranstaltung auf Schalke einen schwarz-gelben BVB-Tupfer bekommt”, feixt Nierwerth, der sich der ungewöhnlichen Herausforderung durchaus bewusst ist.
Als der Museumsleiter zum ersten Mal von dem „Day of Song” anlässlich der Kulturhauptstadt 2010 hörte, kam ihm die Idee, „singende” Schiffe zu organisieren. Herausgekommen sind nun acht „Pötte”, die ihre trällernden Besatzungen zur Anlegestelle Kurt-Schumacher-Brücke nach Gelsenkirchen bringen werden. Den Korso führt der historischen Dampfschlepper „Cerberus”, Baujahr 1930, an. Im Korso sind ferner die Fahrgastschiffe Henrichenburg und Santa Monika sowie die historische Dieselbarkasse „Herbert”. Das BVB-Schiff mit Käpt'n Walter Moser am Steuer tuckert mit dem „Reservisten” und der Santa Monika II gen GE.
Die teilnehmenden Chöre organisiert das Kulturhauptstadt-Team. Fest stehen bereits zwei Schulchöre aus Castrop-Rauxel sowie der Revierchor „Hömma”. Aber das musikalische „Sahneteilchen” wird vom Schiffsheberwerk organisiert. Warum, dürfte wohl klar sein, oder . . .?
Stadionsprecher Norbert Dickel, „Held von Berlin”, wird am 5. Juni mit an Bord gehen, Ehrensache. Gestern, bei der Vorstellung des Korso-Projekts, sagte er kurzfristig ab. Aber, wenns „auf Schalke” geht, zählt jede Stimme . . .
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