Schwermütiger Abend
14.02.2010 | 15:38 Uhr 2010-02-14T15:38:00+0100Marl. Musikgemeinschaft Marl widmet Sinfoniekonzert dem kürzlich verstorbenen Komponisten Jürg Baur
Es war ein meistenteils getragener, schwermütiger Abend, den die Musikgemeinschaft Marl ihren Zuhörern beim fünften Sinfoniekonzert bot. Die Schwermut durfte aber bittersüß sein, durch die gelungenen Aufführungen der Werke eines Samuel Barber oder Charles Ives. Der Grund lag aber auch in einem äußeren Anlass: „Wir widmen dieses Konzert dem kürzlich verstorbenen Komponisten Jürg Baur”, führte Armin Klaes in das Konzert im Theater ein.
Der Komponist (1918 - 2010), von dem die Musikgemeinschaft zahlreiche Werke aufgeführt hatte, war so etwas wie ein Mentor für den Orchesterleiter: „Er wird mir, auch mit seiner Menschenfreundlichkeit, immer ein Vorbild bleiben”, erklärte Armin Klaes. So war das Programm dem Gedenken durchaus angemessen. Dies ging bis hin zu der beachtlichen Interpretation von Mozarts Sinfonie Nr. 40 nach der Pause.
Klangteppich mit
minimalen Variationen
Begonnen hatte aber eine kleine, reine Streicherbesetzung mit dem „Adagio for strings”, das der Amerikaner Samuel Barber zwischen 1936 und 1938 komponierte. Ganz feinnervig, in das klagende Thema eintauchend, fühlten sich die Musiker in dieses Kompositions-Juwel ein. Die Ausarbeitung der sich steigernden Figuren um das wellenförmige Thema mit dem traurigen Charakter war gelungen. Ebenso die fast schon philosophische Musik in „The unanswered question” von Charles Ives (1874 - 1954). Auch hier liegt der Komposition, obwohl in G-Dur, ein traurig klingendes Streicherbett zugrunde. In diesen Klangteppich mit minimalen Variationen brechen einzelne Bläserstimmen mit einer musikalischen Frage ein. Laut Ives die Frage nach dem Sinn des Lebens. Fünf Holzbläser versuchen eine musikalische Antwort. Doch die atonalen Tonfolgen bezeugen deren Unmöglichkeit: Das Leben braucht keine Berechtigung, mit einem weichen, fast versöhnlichen Ton klingt die Komposition aus. Viel Applaus gab es dafür von den etwa 300 Zuhörern. Etwas deplaziert wirkte da fast die Serenade Es-Dur op. 7 von Richard Strauss.
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