Schüler setzen ein Zeichen gegen das Grauen
12.02.2010 | 17:13 Uhr 2010-02-12T17:13:00+0100
Recklinghausen. Am internationalen Red Hand Day protestierten auch die Schüler des Gymnasium Petrinum gegen den Einsatz von Kindern als Soldaten. Mit roten Handabdrücken auf weißem Papier wollen sie ein Zeichen setzten.
Ein Plakat ziert neben anderen den Flur des Petrinum. Es zeigt einen Junge im Tarnanzug, das Haar kurz geschoren, eine Zigarette in der Hand. Zehn, vielleicht elf Jahre alt, ein Kindersoldat, irgendwo im Krieg.
June und Laura sind auch elf, zwei fröhliche Mädchen, deren Leben mit dem des unbekannten Jungen nichts gemein hat, doch genau darum geht es beim Red Hand Day. „Kinder im selben Alter sehen eine Wirklichkeit, die zum Glück nicht ihre eigene, aber eben dennoch Realität ist”, erklärt Lehrer Jörg Schürmann, der gemeinsam mit seiner Kollegin Katharina Krey die Eine-Welt-AG der Schule leitet. Wie seine Schüler hat auch er schon seinen Handabdruck in roter Farbe auf Papier verewigt: „Die Zettel werden nachher zu terre des hommes geschickt.” Eine weltweite Protest-Aktion, die Politik und Gesellschaft zum energischen Widerstand gegen den Missbrauch von Minderjährigen als Soldaten animieren soll.
Gegen Kinder im Krieg
„Diese Kinder führen den Krieg von Erwachsenen”, erklärt June und betrachtet ihre rotgefärbte Hand. „Es ist wichtig, dass man was dagegen tut. Die Kinder können sich selbst nicht helfen, Erwachsene sind ja nun mal meistens stärker.” Wie stark, dass zeigt nicht zuletzt die Ausstellung „Kinder im Krieg”, derzeit im ersten und zweiten Obergeschoss des Gymnasiums zu sehen. Es sind verstörende Bilder, brutale Zitate: „Sie haben uns gefoltert, damit unsere Eltern keinen Widerstand leisten”, steht über dem Foto eines fünfjährigen Jungen geschrieben, andere erzählen von Sklavenhandel, von sexuellem Missbrauch, vom Alltag mit der Waffe.
Aspekte derselben Sache, denn als Kindersoldaten gelten alle Personen unter 18, die von Streitkräften oder bewaffneten Gruppen rekrutiert wurden; Sei es als Kämpfer, als Köche, als Nachrichtenübermittler, Spione oder zu sexuellen Zwecken. „Kaum vorstellbar, mit welcher Grausamkeit da vorgegangen wird”, erklärt der 16-jährige Philipp Kraft, Mitglied der Eine-Welt-AG. Gemeinsam mit der Gruppe Eine-Welt der Übermittagsbetreuung haben die engagierten Schülerinnen und Schüler auch den Red Hand Day am Petrinum auf die Beine gestellt. „Weil es wichtig ist, sich für andere einzusetzen”, findet Philipp.
Aktionstag existiert seit 2002
An der Aktion nehmen auch Vertreter von Stadt, Kirche und Verwaltung teil. „Ich finde es richtig gut, dass das Thema hier in der Schule aufgegriffen wird und damit auch eine Öffentlichkeit bekommt”, erklärt Pfarrer Eugen Soika, „Was da passiert, ist einfach eine Katastrophe.”
Seit 2002 findet der Red Hand Day alljährlich überall auf der Welt statt. In Deutschland haben sich bekannte Organisationen wie Amnesty International, Unicef, terre des hommes, Missio und viele andere zum Deutschen Bündnis Kindersoldaten zusammengeschlossen. Dieses Bündnis wiederum ist Teil der internationalen Kampagne „Coalition to Stop the Use of Child Soldiers”.
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