Schöner bauen
12.02.2012 | 18:07 Uhr 2012-02-12T18:07:00+0100
Recklinghausen.Eine lichte Säulenhalle, viel Glas, eine ansprechende Verbindung zum Altbau. Mit dem Entwurf für die „Revitalisierung des Saalbaus“ setzte sich das Recklinghäuser Architekturbüro Feja und Kemper im März 2010 gegen 20 Konkurrenten durch. „Leider bleibt es beim Entwurf“, bedauert Architekt und Stadtplaner Franz-Jörg Feja. Das Wort „trauern“ wäre passender. „Es wäre ein Renommierobjekt geworden.“ Für die Sanierung des seit über zehn Jahren dahin rottenden Gebäudes an der Dorstener Straße fehlen der Stadt die nötigen 15 oder mehr Millionen.
Dabei hat gerade das Architekturbüro bauliche Akzente in der Festspielstadt gesetzt: Umgestaltung des Wallrings, Bildungszentrum des Handels, Lohtor-Galerie, Erweiterungsbau Sparkasse, Kunsthalle. Letzterer, der zukünftigen Heimat wechselnder Ausstellungen, hat das Büro bereits im äußeren Erscheinungsbild ein Denkmal gesetzt: ein schwarzer Kubus, neutral und optimal, um den Blick des Betrachters auf die ausgestellten Werke zu lenken.
Als das Architekturbüro Anfang Februar sein 25-jähriges Bestehen feierte, kamen viele Gäste, mit denen man – selbstredend – über Fragen der Architektur diskutiert habe. „Das ist sehr schön, wenn man noch gute Kontakte zu den Bauherren ehemaliger Projekte hat“, sagt Franz-Jörg Feja. Als er sich 1986 selbstständig machte, habe „man sich natürlich über das erste Einfamilienhaus gefreut“. Heute, 25 Jahre weiter, beschäftigt er zehn bis zwölf Mitarbeiter. 1990 stieß Michael Kemper, den er bereits aus dem Architekturbüro Pfeiffer kannte, dazu. 1995 zog das Büro an den Börster Weg.
Die Bauwerke repräsentieren viele Elemente aus Fejas und Kempers Architekturphilosophie: rechtwinklig, klare Linien, viel Glas, helle, lichte Räume. Viele Objekte sind mit Preisen ausgezeichnet worden. Zum Beispiel der Bauhof in Velbert, die Kirche und Hausgemeinschaft St. Barbara in Herten, die Erweiterung des Berufskollegs in Gladbeck, die „gelben Häuser“ in Recklinghausen-Hochlar. Die Bauten strahlen Chic aus. Einen Chic, den auch Fejas schwarze Kleidung von Kopf bis Fuß verrät – und die allgemeine modische Vorliebe von Architekten. Nein, einen Kriterienkatalog für „schönes Bauen“ gebe es bei Feja und Kemper nicht. Vielleicht dies: „Man muss Ideen entwickeln und durchhalten.“
Ihr Verständnis von Architektur heiße auf keinen Fall „immer exaltierter“. Auch wenn man sich „der Moderne verpflichtet“ fühle. Ein schönes Haus sei nicht eine Frage des Geldes, man könne auch mit sehr einfacher Architektur gut bauen. Ein Beispiel sind die „gelben Häuser“ in Recklinghausen-Hochlar: funktional, schön, bezahlbar. „Wir haben nichts gegen Sparsamkeit und einfache Mittel.“
Nicht zu vergessen Fejas und Kempers Kirchenprojekte. Die Umgestaltung der Pfarrkirche St. Antonius in Recklinghausen – ebenfalls ausgezeichnet – machte Feja und Kemper zu einem gefragten Architekturbüro, wenn es um die „Sanierung im Bestand“ geht. Lang ist die Liste der Gotteshäuser, die infolge von Konzilsbeschlüssen und Gemeindefusionen umgebaut, saniert, umfunktioniert wurden. Zur Zeit ist das Büro mit der Heilig Geist Kirche in Münster beschäftigt. Daneben geht die Arbeit am Martins-Zentrum, ein Gemeindezentrum in Bottrop, weiter.
„Schrumpfungsprozesse bedeuten auch Umbauten“, so die sibyllinische Antwort Fejas auf die Frage, was sei, wenn die öffentlichen Aufträge der Städte und Kommunen aufgrund ihrer Schuldenlage ausblieben. Und dann seien da auch noch die Kindergartenanbauten für die U-3-Betreuung. Arbeit gäbe es reichlich. Allein, wenn man durch die Innenstadt von Recklinghausen gehe. „Haben Sie mal nach oben geschaut? Wunderschöne Gründerzeithäuser – leider erst ab der oberen Etage“, sagt Peter Kemper. Er hätte viele Verbesserungsvorschläge.
09:38
....... na ja, wenn die Hochlarer Häuser schön sein sollen? ..... wenn sie chic sein sollen?
Insgesamt eine schöne und kostenlose Werbung der WAZ für das Büro! Und man stellt sich sofort, dank WAZ in aller Öffentlichkeit, im Werben und Einfordern öffentlicher Aufträge auf - sofort mit klarer Zielrichtung, was man in Recklinghausen ja noch alles zu bauen gedenkt - Kindergartenanbauten - her damit, Umgestaltung privater und öffentlicher "Gründerzeitbauten" - her damit, usw....
Sehr bedenklich, dass die WAZ sich so bedenkenlos für eine öffentliche Portfolio-Darstellung hergibt!