Schmallenberg-Virus erstmalig nachgewiesen
01.02.2012 | 18:44 Uhr 2012-02-01T18:44:00+0100
Haltern am See.Das bei Schafen, Rindern und Ziegen aufgetretende und bundesweit verbreitete Schmallenberg-Virus ist nunmehr auch im Kreis Recklinghausen nachgewiesen worden.
Das Staatliche Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe bestätigte am Mittwochmittag den Verdacht eines Haltener Tierzüchters. In seinem Zuchtbetrieb war in der vergangenen Woche ein schwer missgebildetes und nicht weiter lebensfähiges Ziegenlamm auf die Welt gekommen. Nachdem der Züchter das zuständige Kreisveterinäramt Recklinghausen informierte, wurde das Staatliche Veterinäruntersuchungsamt mit der Bestimmung der Todesursache beauftragt. Eine gründliche Laboruntersuchung brachte nunmehr Gewissheit.
Zahl der infizierten Tiere wird sich erhöhen
In Nordrhein-Westfalen trat das Virus das erste Mal im vergangenen Herbst in einem Betrieb im sauerländischen Schmallenberg auf. Bei sämtlichen Muttertieren wurde zu diesem Zeitpunkt fehlgebildeter und totgeborener Nachwuchs beobachtet. Übertragen werden die Krankheitserreger von Insekten bzw. Stechmücken, ein Impfstoff ist bislang noch nicht entwickelt worden.
Für den Menschen gibt der Kreis aber Entwarnung. Für ihn sei dieses Virus jedoch völlig ungefährlich. Auch kann bedenkenlos das Fleisch von bereits infizierten Tieren gegessen werden.
Das Kreisveterinäramt geht in den kommenden Wochen von weiteren Fällen infizierter Tiere aus. Kreissprecher Jochem Manz: „Aufgrund der kürzeren Tragezeit ist bei Schafen und Ziegen das Virus relativ schnell nachzuweisen.“ Ob auch Rinder betroffen sind, werden erst die nächsten Monate zeigen können. Im Kreis Recklinghausen gibt es insgesamt 470 Betriebe, die zusammen annähernd 5000 Schafe und Ziegen halten.
Hinzu kommen knapp 400 Rinderhalter mit über 31 000 Tieren.
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