Das aktuelle Wetter Unser Vest 6°C
Gericht

Schizophrene Frau muss in die Psychiatrie

12.12.2012 | 05:00 Uhr
Schizophrene Frau muss in die Psychiatrie
Foto: Kurt Michelis

Essen/Marl. Erst versucht es der Staatsanwalt, dann geht die Richterin hinaus auf den Flur vor Saal C 33 des Essener Landgerichtes und spricht mit dem neunjährigen Marler, der als Zeuge gehört werden soll. Er traut sich nicht, hat Angst vor der Angeklagten und der Situation.

Die 24-Jährige war Nachbarin seiner Familie und im Sommer vergangenen Jahres stürmte die gehörlose und psychisch kranke junge Frau grundlos auf den Jungen zu, packte ihn am Kopf und riss ihn zu Boden. Ein Ereignis, das ihn psychisch schwer belastete, erzählt seine Mutter. Er war nicht das einzige Kind, das in der Marler City Opfer unter den wütenden Angriffen der kranken Angeklagten leiden musste. Sie verpasste einem Elfjährigen einen Faustschlag vors Kinn, schlug einem anderen Kind ins Gesicht und riss einem jungen Mädchen auf einem Schulhof Haarbüschel.

Freispruch, weil nicht schuldfähig

Der Prozess endete gestern mit einem Freispruch, da die 24-Jährige nicht schuldfähig ist und an einer paranoiden Schizophrenie leidet. Die Kammer ordnete aber ihre Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik an. Der Neunjährige muss nicht aussagen. Seine Mutter erzählt als Zeugin, dass sie damals dazwischen ging, um einen zweiten Angriff der 24-Jährigen zu verhindern. Inzwischen ist diese mit Medikamenten ganz gut eingestellt und berichtet, übermittelt von einem Gebärdendolmetscher, dass Kinder sie ausgelacht und verspottet hätten. „Da habe ich sie geschubst. Ich finde es nicht schön, dass man einen auslacht“, so die junge Frau.

„Das vergisst man nicht“, sagt der 14-jährige Schüler, den am 28. Juli plötzlich und unerwartet die Faust der Angeklagten am Kinn traf. Die Frau habe wild gestikuliert, erinnert er sich und dann sei schon die Faust geflogen. „Ich war fassungslos“, empört sich noch immer seine Mutter, die Zeugin des Vorfalls war. „Wie im Krimi“, erzählt sie. Die Frau habe ausgeholt und ihrem Sohn „volles Rohr“ vors Kinn geschlagen. Wenn andere ihn nicht festgehalten hätten, wäre er rückwärts aufs Pflaster gestürzt. Diese Gefahr bei den Angriffen auf Kindern sah auch die Kammer und hielt deshalb die Unterbringung für notwendig.

Kommentare
Funktionen
Aus dem Ressort
Juliette Binoche kommt als Antigone nach Recklinghausen
Theater
Kann eine 50-Jährige eine Jugendliche spielen? Ja: Oscarpreisträgerin Juliette Binoche. In den nächsten Monaten steht sie als Antigone auf der Bühne.
Unfallserie mit mehreren Verletzten auf glatten Straßen
Glatteis
Glatteis hatte Mittwoch im Ruhrgebiet viele Unfälle zur Folge. In Mülheim prallte ein Mann mit seinem Auto gegen einen Baum und verletzte sich schwer.
Werder-Fans stürmen Mannschaftshotel vor Schalke-Spiel
Polizeieinsatz
Fans von Werder Bremen haben am Samstag das Hotel gestürmt, in dem ihre Mannschaft vor dem Schalke-Spiel übernachtet hatte. Sie hatten Stadionverbot.
Emscher-Radweg bei Castrop-Rauxel für ein Jahr gesperrt
Baustelle
Der Emscher-Radweg ist wegen einer Großbaustelle gesperrt - und zwar für ein ganzes Jahr. Die angedachte Umleitung wirft jedoch Probleme auf.
Mitnahme-Verbot für E-Scooter im Bus bleibt vorerst
Kreis Recklinghausen
Antrag der Piraten im Verkehrsausschuss des Kreistags abgelehnt. Politik sucht jedoch nach einer Lösung im Interesse der Betroffenen.
Fotos und Videos
Das neue "Palais Vest"
Bildgalerie
Einzelhandel
Haltern aus der Luft
Bildgalerie
von oben
Sprengung des Förderturms Herten
Bildgalerie
Sprengung
Die Wildpferde sind los
Video
Naturspektakel
article
7383911
Schizophrene Frau muss in die Psychiatrie
Schizophrene Frau muss in die Psychiatrie
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/unser-vest/schizophrene-frau-muss-in-die-psychiatrie-id7383911.html
2012-12-12 05:00
Vest