Das aktuelle Wetter Unser Vest 24°C
Vest

Sanierung in Sicht

02.02.2010 | 19:05 Uhr
Sanierung in Sicht

Deumu-Gelände: Verunreinigter Boden soll entsorgt werden. Weiter keine Klarheit über künftige Nutzung

Recklinghausen. Jahrelang schien die Brache ein unlösbarer Fall zu sein, doch nun kommt womöglich Tempo in die Angelegenheit: Schon im Sommer könnte der Sanierungsplan für das elf Hektar große Deumu-Gelände in Hochlarmark verbindlich werden, denn die neue Eigentümerin möchte das Areal entwickeln und für künftige Nutzungen vermarkten. Doch erster Schritt muss die Beseitigung von Altlasten sein, das machte Karl-Heinz Reckert von der Unteren Bodenschutzbehörde des Kreises am Dienstag im Recklinghäuser Unterausschuss Umweltschutz deutlich.

Im Boden von Deumu, wo sich anfangs eine Zeche mitsamt Kokerei und zuletzt (bis in die 1990er Jahre) ein Auto-Shredder befand, schlummert ein typischer Cocktail: Mit Teeröl und Kohlenwasserstoffen sind nur die wichtigsten Zutaten benannt. Die eigens gegründete private „Deumu Projektentwicklungsgesellschaft” will sie ausbuddeln und sachgerecht entsorgen. Dies habe das Unternehmen in einem Abstimmungsgespräch erklärt, so erläuterte Reckert.

Ein Problem sei allerdings noch nicht gelöst: Die Gifte im Boden sind im Grundwasser angekommen, dessen Sanierung eine Daueraufgabe zu werden droht – die obendrein teuer ist. Während für den Bodenaustausch einmalig gut anderthalb Millionen Euro angesetzt sind, könnten im Grundwasser jährlich 30 000 Euro „versickern” – auf unabsehbare Zeit. „Es muss aber in jedem Fall verhindert werden, dass das belastete Grundwasser in der Emscher ankommt, die in einigen Jahren wieder ein sauberer Flusslauf sein soll”, so Reckert. Eine denkbare technische Lösung sei eine Spundwand mit Aktivkohlefilter.

Dass es eine Regelung und damit eine Sanierung des Deumu-Geländes geben wird, hält Reckert für vergleichsweise sicher. „Wir sind hier in einer selten günstigen Lage, denn wir können die neue Eigentümerin heranziehen. Aber auch die früheren Besitzer sowie die Rechtsnachfolger der einstigen Bergbautreibenden. Das ist nach Reckerts Auskunft der Energieriese RWE, also ein Konzern, der über die nötigen Mittel verfügt.

Weniger klar ist nach wie vor, welche Nutzungen auf der Fläche vorgesehen sind. Die neue Eigentümerin will ihre Pläne zunächst mit der Stadt abstimmen, bevor sie damit an die Öffentlichkeit tritt. SPD-Ratsherr Peter Budschun nannte dies „höchst unbefriedigend”. Die Nachbarn hätten großes Interesse zu erfahren, was auf Deumu geschehen soll. „Und man kann die Sanierung ja nicht unabhängig von der konkreten Nutzung sehen.” Der Flächennutzungsplan sieht „Gewerbe” vor.



Kommentare
Aus dem Ressort
Fall Mißfelder - SPD spricht vom Verdacht der Käuflichkeit
Politik
Der Fall Philipp Mißfelder (CDU) beschäftigt die Politik im Kreis. Ein Berliner Unternehmer hat für den Wahlkampf des Christdemokraten gezahlt. Der bestätigt der Kreisverbandsvorsitzende Josef Hovenjürgen. Und die Kreis-CDU sieht das als ganz normale Spendeneingänge an.
Kronzeuge bricht in Prozess gegen Satudarah-Rocker zusammen
Prozess
Nachdem im Januar der Duisburger Satudarah-Boss Ali O. sechseinhalb Jahre Haft bekam, startete am Freitag vor dem Landgericht Essen ein weiterer Prozess gegen Mitglieder des aus Holland importierten Rockerclubs. Der Kronzeuge aus Bottrop brach erst zusammen, sagte später dann aber doch noch aus.
Motorradfahrer aus Bochum bei Unfall auf A 2 schwer verletzt
Sperrung
Bei einem Auffahrunfall auf der Autobahn A 2 sind am Donnerstag Nachmittag zwei Menschen verletzt worden. Ein 21-jähriger Autofahrer aus Recklinghausen hatte einen vor ihm bremsenden Motorradfahrer aus Bochum zu spät bemerkt. Dessen Kawasaki wurde von der Autobahn katapultiert.
A43 bei Marl nach Flugzeug-Notlandung wieder freigegeben
Flugunfall
Ein Motorflugzeug ist am Mittwoch an einer Böschung an der A43 bei Marl notgelandet. Der Pilot aus Bochum hatte Glück im Unglück. Er wurde bei der Notlandung nicht schwer verletzt. Ein Kran barg das Flugzeug am Mittwochnachmittag. Wie genau es zu dem Unfall kam, müssen jetzt Experten klären.
15 Zweitklässler bei Vollbremsung eines Schulbusses verletzt
Unfall
Ein mit über 50 Zweitklässlern besetzter Schulbus musste am Donnerstagmorgen in Recklinghausen so stark bremsen, dass 14 Schüler und eine Lehrerin verletzt wurden. Ein weiterer Schüler kam vorsorglich ins Krankenhaus. Der Bus war dem Auto eines 87-Jährigen aus Oer-Erkenschwick ausgewichen.
Fotos und Videos
Haltern aus der Luft
Bildgalerie
von oben
Sprengung des Förderturms Herten
Bildgalerie
Sprengung
Die Wildpferde sind los
Video
Naturspektakel
Installationen von Young-Jae Lee
Bildgalerie
Schiffshebewerk
Top Artikel aus der Rubrik