Ruhrfestspiele ziehen positive Bilanz
11.06.2010 | 16:53 Uhr 2010-06-11T16:53:00+0200
Recklinghausen.Die Ruhrfestspiele schreiben ihre Erfolgsgeschichte fort. Mit einer Auslastung von 85,05 Prozent erreichte das 64. Festival nahezu das Vorjahresrekordergebnis von 85,9 Prozent.
„Das übertrifft unsere Erwartungen“, zog am Freitag der Luxemburger Theatermacher Frank Hoffmann im Jahre seiner sechsten Ruhrfestspiel-Saison zufrieden und glücklich Bilanz. Schließlich ging der Festivalchef mit seiner diesjährigen Konzeption durchaus ein Risiko ein. So konsequent wie nie zuvor stellten die Ruhrfestspiele diesmal das Werk eines einzigen Autors in den Mittelpunkt. Nahezu das komplette dramatische Werk Heinrich von Kleists kam in unterschiedlichen Inszenierungen von unterschiedlichen Theatern auf die Bühne.
„Das Werk Kleists in den Mittelpunkt zu stellen und zudem mit einem eher unbekannten Werk wie Robert Guiskard zu starten und mit einem schwierigen Drama wie Penthesilea zu enden, war sicherlich ein Wagnis“, sagte Hoffmann. Was sich aber ausgezahlt habe: „Allein 3000 Menschen haben sich den Guiskard angesehen. Die Menschen sind uns gefolgt, unsere Erwartungen wurden übertroffen.“
Mit einer klaren Programmatik absetzen
Gerade im Kulturhauptstadtjahr sei es wichtig gewesen, sich mit einer klaren Programmatik abzusetzen. Die soll es aber auch im nächsten Jahr geben: „Wir wollen vor allem eigene Projekte anstoßen, Uraufführungen zeigen, Koproduktionen initiieren.“ Dafür gibt es weniger Gastspiele: „Wir nehmen es selbst in die Hand und lassen es uns nicht von anderen zeigen.“
Dennoch bleibe man dem Konzept treu, auch internationales Theater nach Recklinghausen zu holen. Hoffmann: „Wir müssen hier auch zeigen, was sonst in Europa auf den Bühnen passiert.“ Schließlich seien die Ruhrfestspiele das größte europäische Festival Deutschlands. Auch prominente Schauspieler werde er weiterhin einladen: „Solche Leute hier zu haben, ist ein Gewinn für uns.“
Zufriedenheit auch auf dem Gesicht von Verwaltungschef Reinhard Strehlau: „Wir wollten nicht noch einmal einen Rekord brechen.“ Und sind dennoch wieder erstaunlich nah ‘ran gekommen: „Wir haben unsere Ziellinie erreicht und die erhofften Karteneinnahmen erzielt.“
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