Rückhand im Sitzen
18.02.2010 | 15:04 Uhr 2010-02-18T15:04:00+0100Waltrop Auf der Waltroper Tennis-Ranch geben sich viele Prominente die Klinke in die Hand. Für einen guten Zweck bei der 3. LoS-Breakchance-Charity.
Waltrop. Vor drei Jahren kam Tanja Szewczenko. Vergangenes Jahr führte Ross Antony die Liste der Stars an. Und auch am 17. April hat das Organisationsteam um Christoph Kellermann wieder eine ganze Menge zu bieten. Auf der Waltroper Tennis-Ranch geben sich viele Prominente die Klinke in die Hand. Für einen guten Zweck bei der 3. LoS-Breakchance-Charity. Die Tennis-Ranch in Waltrop-Elmenhorst ist nämlich der erste und bislang immer noch einzige Stützpunkt im Rollstuhltennis. Dort wohnt Bundestrainer Christoph Kellermann. Er ist der Ranch-Chef. Dort spielt neben 14 weiteren Athleten auch die Halternerin Claudia Fornefeld. Die 51-Jährige hat jetzt sogar den Sprung in die Weltrangliste geschafft. Platz 148 im Einzel, Platz 66 im Doppel. „Ich will im Einzel noch die Top 100 schaffen”, sagt Fornefeld ehrgeizig.
Früher habe sie Fußgänger-Tennis gespielt, bis sie nach einer langen, schweren Krank-heit mit einem inkompletten Querschnitt nicht mehr Sport treiben konnte. Auf der Ranch habe sie den Weg zurück zum Tennis gefunden. Andere fangen hier erst einmal mit dem Tennis-ABC an.
Die umfangreiche Tennis-Ausbildung der behinderten Sportler und die Erfolge seien ohne diesen Charity-Day nicht möglich, erklärt Christoph Kellermann und bezeichnet die Veranstaltung als Lebens-versicherung für dieses Pro-jekt. Das sieht die Prominenz auch so: Der frühere Davis-Cup-Sieger und Dritte der Olympischen Spiele, Marc-Kevin Goellner, ist von Beginn an dabei und neuerdings auch Botschafter der Aktion Break-chance (Barrierefreiheit für Rollis und Kids): „Für mich ist das eine Herzensangelegen-heit, hier mitzumachen.” Goellner wird natürlich auch zum Schläger greifen. Wie Barbara Rittner. Marlene Weingärtner. Und Lars Burg-müller. Alles bekannte Namen.
Tim Richter, ebenfalls ehemaliger Tennis-Profi, ist der Strippenzieher hinter den Kulissen und stellt Jahr für Jahr die Kontakte her. Aber der Tennis-Show-Act ist nur einer von vielen Programmpunkten, die sich vom frühen Nachmittag bis in den Abend ohne große Pause abwechseln. Die RTL-Autohändler Jörg und Dragan werden da sein, Comedian Jürgen Bangert alias Elvis Eifel wird zum Mikrofon greifen, Schauspieler Tom Barcal kommt. Und noch viele mehr.
Stolz auf die Unterstützung
Regina Isecke, zweifache Paralympics-Siegerin und Schirmherrin, macht die Unterstützung stolz: „Die Tennis-Ranch ist ein positives Beispiel, wie man mit Herzblut und viel Engagement den integrativen Aspekt des Miteinanders über den Tennissport, ob Fußgänger oder Menschen mit Behinderung, zusammenführen kann”, so Isecke. Auch sie wird die Prominenten wieder animieren, im Rollstuhl Platz zu nehmen und Tennis zu spielen: „Wer das einmal ausprobiert hat, der zollt allerhöchsten Respekt.” Und auch ein ehemaliger Weltklassespieler wie Marc-Kevin Goellner kann da chancenlos sein.
Bevor Jürgen Bangert auf der Ranch auftauchte, „da wusste ich noch gar nicht, dass es so etwas gibt. Es war dann ein Tag, der mir lange im Ge-dächtnis blieb”. So sehr, dass er jetzt jede Woche da ist. Auch er will am 17. April zum Schläger greifen.
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