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Auch VHS-Erweiterung Thema

Rolle rückwärts beim Bücherei-Neubau?

28.01.2015 | 07:52 Uhr
Foto: dpa/picture alliance / dpa

Waltrop.  Für 800 000 Euro, so hat es der Stadtrat im Oktober 2012 beschlossen, soll an die Volkshochschule ein 367 m großes Medienzentrum angebaut werden, das dann in erster Linie Heimat einer neuen Stadtbücherei wird. Nun will die CDU-Fraktion diesen Beschluss rückgängig machen. Ihr Kernargument: Dafür fehlt Waltrop das Geld.

In der Tat ist das nicht zu leugnen. Denn Bestandteil des damaligen Ratsbeschlusses war auch, dass vor einem etwaigen Neubau die alte, mit 500 m viel zu große Stadtbücherei verkauft sein muss. Nur so kann die Stadt nämlich ihren 20-prozentigen Eigenanteil aufbringen, um den Restbetrag über ein Förderprogramm des Landes finanzieren zu können.

Noch kein Käufer in Sicht

Doch verkauft werden konnten die alten Räumlichkeiten bisher nicht - und das dürfte sich wohl so schnell auch nicht ändern. Der Verkauf gestaltet sich als "langwierig und problematisch", schreibt die Verwaltung zum derzeitigen Stand der Dinge.

Ein Umstand, der die CDU wieder auf den Plan ruft. "Wenn unser Antrag nicht beschlossen wird", sagt Fraktions-Vize Claudia Fischer, "passiert erst einmal gar nichts." Heute um 17 Uhr kommt der Fachausschuss Schule, Kultur und Sport im Rathaus zusammen.

Aber was genau will die CDU-Fraktion eigentlich?
Claudia Fischer: "Es geht uns nicht darum, komplett auf eine Bücherei zu verzichten. Es geht uns nur um die Standort-Frage." Ihre Fraktion schlägt stattdessen vor, ein Ladenlokal in der Fußgängerzone anzumieten. Das sei auch mit Blick auf die Unterhaltungskosten günstiger. Apropos Kosten: Die stünden obendrein in keinem Verhältnis zu den Ausleihen, so die CDU. Zur besseren Einordnung: An 72 Tagen wurden im letzten Jahr 6 434 Ausleihen gezählt. Schützenhilfe für die CDU signalisierte hier bereits FDP-Chef Heinz Josef Mußhoff, der den Neubau ebenfalls für "überdimensioniert" hält.

Was passiert mit der VHS-Erweiterung?

Noch nicht ganz klar aus Sicht der CDU scheint indes das "Schicksal" der Volkshochschule zu sein. Denn eigentlich hat auch die VHS schon Pläne für das direkt angrenzende Medienzentrum. Während die neue Bücherei nach bisherigem Planungsstand gerade einmal 190 der 367 m einnimmt, soll auf der restlichen Fläche ein neuer Sanitär- und Eingangsbereich der VHS entstehen.

Dort ergebe sich dann "neuer Gestaltungsraum", sagt Claudia Fischer. Ob also gänzlich auf einen Neubau verzichtet werden, oder ob der einfach nur kleiner ausfallen und auf VHS-Bedürfnisse angepasst werden soll, ließ sie offen. Fest steht für Fischer nur: Die Stadtbücherei soll "nicht an den Standort VHS angegliedert werden".

Martin Behr

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2015-01-28 07:52
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