Recklinghausen rollt
03.07.2011 | 20:43 Uhr 2011-07-03T20:43:00+0200
Wenn das Wallringfest ansteht, ist für den normalen Stadtbesucher alles anders. Während Profi-Rennradfahrer als auch ambitionierte Amateure sich auf dem Wall abmühen, die „harte“ Steigung am Kolpinghaus nehmen, dürfen sich die sportbegeisterten Besucher auf eine abgasfreie Innenstadt freuen.
Dabei ist aber nicht alles extrem, bierernst. Vielmehr wurde auch einiges für den Nachwuchs geboten. Zu Beginn durfte jeder, der mochte, den Weg auf dem Ring komplett ohne Autoverkehr zurücklegen. Danach folgte das „Fette-Reifen“-Rennen für die Kleinsten, bei denen die Kinder alte Autoreifen um den Wall schubsten. Aber bereits bei diesem Rennen zeigte sich, dass „Dabei sein ist alles“ nicht für alle Teilnehmer zählte, bei dem einen oder anderen der Ehrgeiz schon ausgeprägt ist.
Letztlich war alles, was Räder und Rollen hat, im Einsatz – Radler, Inline-Skater oder solch Exoten wie Skike-Fahrer, eine Art Ski-Langlauf auf Rädern. Gut, dass es trotz des ausgebliebenen Kaiser-Wetters wenigstens nicht regnete, so dass Sportler als auch Besucher trockenen Fußes unterwegs sein konnten. Neben dem Profi-Rennen traten dieses Mal auch Ärzte, Apotheker, Banker und Finanzdienstleister zu ihren eigenen Deutschen Meisterschaften an. So auch Martin Stolzenberg (41), der extra für diese Titelkämpfe aus München angereist war. „Ich besuche meine Familie hier in Recklinghausen und verbinde das mit dem Rennen. In meinem Alter bin ich mit einer Platzierung unter den ersten 30 zufrieden.“
Natürlich gab es neben dem sportlichen Teil auch ein ansehnliches Rahmenprogramm auf und um den Rathausplatz herum. Zahlreiche Imbiss- und Bier-Stände sorgten dafür, dass auch der kulinarische Teil bei der Veranstaltung nicht zu kurz kam. Und so säumten schon zu Beginn der Rennen tausende Besucher den Rathausplatz und den Ring. Auch das THW war vor Ort und demonstrierte verschiedene Einsatz-Übungen. Henning Prinz, Organisator des Rahmenprogramms, zeigte sich äußerst zufrieden: „Alle Vorbereitungen sind optimal verlaufen, das Wetter spielt einigermaßen mit und auch die Gäste sind zahlreich erschienen. Heute Abend werden wir sicherlich locker die 20 000er-Grenze überschritten haben.“
Für die Rettungskräfte wie DRK, Feuerwehr und THW verlief die Veranstaltung sehr ruhig, es gab keine nennenswerten Zwischenfälle. Nicht nur die Veranstalter, auch die Besucher waren mit dem Wallringfest zufrieden: „Als geborener Recklinghäuser und ausgewiesener Radsportfan ist diese Veranstaltung natürlich der Höhepunkt für mich in diesem Jahr. Besonders, nachdem beim letzten Wallringfest die Aufmerksamkeit eher der Fußball-WM galt. Ich bin froh, dass die Veranstaltung nach der Dauer-Baustelle ins Leben gerufen wurde“, erzählt Anwohner Günther Troppelmann (51).
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