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Gericht

Prozess geplatzt

11.08.2009 | 15:43 Uhr

Recklinghausen/Oer-Erkenschwick. Der Drogen-Prozess gegen einen früheren Angestellten der Kommunalen Servicebetriebe (KSR) ist am Dienstag überraschend geplatzt.

Der 54-jährige Angeklagte behauptete gegen Ende der eigentlichen Beweisaufnahme urplötzlich, selbst schon seit Jahren drogenabhängig zu sein. Um diese Angaben zu überprüfen, will die 1. auswärtige Strafkammer in nun einen psychiatrischen Gutachter einschalten. Immerhin könnte für den Oer-Erkenschwicker nun eine verminderte Schuldfähigkeit im Raum stehen. Außerdem ist es möglich, dass der Gutachter empfiehlt, dass der Mann einen Teil der zu erwartenden Haftstrafe in einer Entziehungsklinik verbüßen sollte.

Noch ist allerdings völlig unklar, was von den Behauptungen des früheren KSR-Mannes zu halten ist. Bislang hatte nämlich überhaupt nichts auf eine irgendwie geartete Beeinträchtigung des 54-Jährigen hingedeutet. Im Gegenteil: Alle Kollegen hatten den Angeklagten am ersten Verhandlungstag als absolut zuverlässig und umgänglich beschrieben.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Oer-Erkenschwicker vor, nach Feierabend mindestens 22 Kilo Haschisch verkauft zu haben. Bei einer Routine-Kontrolle der Spinde bei der KSR war den Kontrolleuren im September 2008 ein herrenloser Rucksack mit rund 1,4 Kilo Haschisch in die Hände gefallen. Die Recherchen hatten dann schnell ergeben, dass nur der 54-Jährige als Besitzer infrage kam.

Wenn der Gutachter den Angeklagten eingehend befragt und seine vorläufige schriftliche Expertise fertig gestellt hat, wird das Gericht einen neuen Verhandlungstermin ansetzen. Der Prozess beginnt dann noch einmal ganz von vorne.

Kaspar Kamps

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