Vest
Polizei und Bundeswehr arbeiten
07.10.2009 | 12:26 Uhr 2009-10-07T12:26:00+0200
Haltern am See. Gemeinsam sollten sie den Schutz der Militärzeremonie in Haltern garantieren.
Haltern am See. Jubiläen werden groß gefeiert. So auch das 25-jährige Bestehen der Patenschaft zwischen dem Kreis Recklinghausen und den Heeresfliegern in Rheine. Beide Partner tragen auf ihre Weise zum Gelingen des Festes bei.
Das 1500 Mann starke Hubschrauberregiement ordnet 200 Soldaten zum Großen Zapenstreich, der höchsten militärischen Zeremonie, nach Haltern am See ab. Der Kreis stellt zusammen mit der Seestadt den geeigneten Ort zur Verfügung: den historischen Marktplatz mit der malerischen Kulisse des Alten Rathauses und der mächtigen St.-Sixtus-Kirche.
Um 20.30 Uhr marschieren die Soldaten am Freitag, 9. Oktober, auf. Für 120 Ehrengäste wird eine Tribüne installiert, die übrigen, zahlreich erwarteten Zuschauer verfolgen das Geschehen vom Rande aus.
Zapfenstreich
Der Zapfenstreich stammt aus der Zeit der Landsknechte. Im Jahre 1596 wurde erstmals ein Abendsignal in Verbindung mit dem „Zapfenschlag“ erwähnt. Mit einem solchen Schlag bzw. Streich auf den Zapfen eines Fasses gab der Profos (Verwalter der Militärgerichtsbarkeit) das Signal zur Nachtruhe, die unbedingt einzuhalten war. Zuwiderhandlungen gegen dieses Gebot wurden „exemplariter abgestraffet“.
Das öffentliche Auftreten von Militär findet nicht nur Befürworter. So hat die Antifa Recklinghausen im Internet bereits zu einer Demonstration „gegen den großen Zapfenstreich und die Militarisierung der Gesellschaft” aufgerufen. Treffpunkt der Demonstranten ist um 17.30 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz.
Wie bei öffentlichen Auftritten der Bundeswehr inzwischen üblich, werden umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, um einen ungestörten Ablauf der Zeremonien zu garantieren. Auch in Haltern sind Polizei und Bundeswehr gewappnet.
„Mit dem Anmelder der Demonstration wird ein Kooperationsgespräch geführt”, so ein Polizeisprecher, „danach gibt es eine Lageeinschätzung, um geeignete Maßnahmen vorzubereiten.” Da die Bundeswehr auch mit eigenen Sicherheitskräften vor Ort ist, wird diesen das sogenannte „Hausrecht” übertragen. Das bedeutet, im inneren Zirkel übernehmen die Militärpolizisten die Polizeiaufgaben. Im Polizeipräsidium Recklinghausen ist man sich sicher: „Es wird eine störungsfreie Demonstration geben.”
Nicht nur eine unangenehme, sondern unverständliche Aktion vom Wochenende überschattet die Patenschaftsfeier am Freitag: In Hullern wurde in der Nacht zum Sonntag das Ehrenmal beschädigt. Der Adlerfigur wurden der Kopf abgerissen, die Namen der gefallenen Soldaten aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg wurden mit Farbe übersprüht. Gegen die Unbekannten, die diesen sinnlosen Gewaltakt verübten, hat der Heimat- und Schützenverein Hullern, der die Pflege des Ehrenmals übernommen hat, Anzeige bei der Polizei erstattet.
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Hurdy Gurdy Man