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Ruhrfestspiele

Poetischer Bühnenzauber beim Fringe-Festival

28.05.2010 | 14:01 Uhr
Poetischer Bühnenzauber beim Fringe-Festival

Recklinghausen. Das Leben ist voller Hindernisse – auch eingebildeter. Doch Liebe, Fantasie und Mut helfen, sie zu überwinden. Die Performance „Everything must go“ eröffnete den Reigen beim Fringe-Festival.

Eine ebenso komische wie berührende Performance hat das Fringe-Festival im Zelt auf dem Schulhof des Gymnasium Petrinum am Mittwoch eröffnet: „Everything must go“ ist ein Show der agilen jungen Britin Christine Fredricksson. Sie erzählt mit ganzem Körpereinsatz, Slapstickeinlagen und rasantem Kostümwechsel auf der Bühne sowie mit Videoinstallationen die Geschichte ihres eigenen Vaters.

Die Premiere hätte mehr Publikum als die Handvoll Zuschauer verdient gehabt. Aber um 17 Uhr, mitten in der Woche, und vor allem bei heftigen Regengüssen? Die Massen blieben – verständlicherweise - aus. Wer aber gekommen war, der erlebte einen wahrhaft poetisch-zärtlichen-humorvollen Bühnenzauber in einer intim anmutenden Atmosphäre.

Christine Fredricksson erzählt von ihrem Vater (Jahrgang 1929), der in Einblendungen auch immer wieder zu sehen ist. Ein sportlicher Mann, voller Schabernack. Gerne posiert er in Frauenkleidung. Die Darstellerin schlüpft in die Rolle des Vaters, springt über Hürden hüpft auf dem Trampolin. Das ist komisch, das berührt – wenn sie beispielsweise erzählt, wie er einst den Garten komplett mit Schnittblumen schmückte. Dazu rollte sie einen Blumenfototeppich aus. Mit wenigen Handgriffen wird sie zum Vater, zur Mutter, spielt ihre eigenen – zornigen - Schwestern.

Auch wenige Zuschauer können Begeisterung zeigen. Viermal wurde die Künstlerin herausgeklatscht. Das sehenswerte Stück dauert nur eine knappe Stunde und ist in englischer Sprache, aber auch ohne gute Englischkenntnisse leicht verständlich. Karten sind an der Theaterkasse am Fringe-Zelt auf dem Schulhof erhältlich.

„Everything muss go“, Fringe-Zelt am Gymnasium Petrinum, Recklinghausen-Innenstadt. Weitere Vorstellungen: Freitag bis Sonntag, 30. Mai, jeweils um 17 Uhr.

Kerstin Halstenbach

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